Corporate Accelerators

Was bringt ein Corporate Accelerator?

1024 602 Andreas Diehl
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Mittlerweile muss jedes Unternehmen, was im digitalen Zirkus mitspielen will einen haben: einen Corporate Accelerator oder Corporate VC. Über diese Vehikel werden Ressourcen, Know-how und Assets eines etablierten Unternehmen gebündelt, um Startups zu entwickeln und zu Wachstum zu verhelfen.

Ob ein Corporate Accelerator für ein Startup Sinn macht, hängt von vielen Fragestellungen ab, die ich mit diesem Post adressiere. Die Frage wann und unter welchen Voraussetzungen ein etabliertes Unternehmen einen Corporate Accelerator als Teil seiner digitalen Strategie aufbauen sollte ist etwas schwieriger am besten in einem persönlichen Gespräch zu beantworten (Kontakt).

Abgrenzung Corporate VC <> Corporate Accelerator

Je nach Strategie und Ausgestaltung muss der Corporate VC nicht zwingend eine Nähe zum Bestandsgeschäft haben und kann auch in branchenfremde Geschäftsmodelle investieren. Per se würde ich sagen hat der Corporate VC mehr „Distanz“ zum operativen Betrieb des Startups als es ein Corporate Accelerator hat. Zudem engagiert sich der Corporate Accelerator auch in früheren Phasen als ein Corporate VC.

Die Daseins-Berechtigung eines Corporate Accelerator

Etablierten Unternehmen fällt es schwer neue (digitale) Geschäftsmodelle in ihren eigenen vier Wänden zu entwicklen. Die Digitale Transformation beschränkt sich oft auf die Anpassung de bestehenden Geschäfts, nicht aber auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Ein Corporate Accelerator ist ein gutes Instrument für ein etabliertes Unternehmen, um neue Märkte und Geschäftsmodelle zu erschließen, die vom Bestandsgeschäft zu weit weg und „off strategy“ sind. Gleichzeitig können Erfahrungen, Assets und Ressourcen des Unternehmens auch in den Aufbau neuer Unternehmen investiert werden, ohne eigene Projekte zu aufzusetzen.

Wann ein Startup mit einem Corporate Accelerator arbeiten sollte

Most people don’t get what they want because they don‘ t know what they want.

Für die Entscheidung, ob ein Accelerator für dein Startup Sinn macht gibt es folgende wesentliche Fragestellungen:

  1. Warum ist das Unternehmen ein strategischer Fit für euch?
  2. Was hat der Corporate, was euch helfen und beschleunigen würde?

Wenn ihr gute Antworten auf diese Fragen habt, schaut euch den Accelerator sehr genau an:

  1. Warum wurde er aufgesetzt, welches Ziel verfolgt das Unternehmen damit?
  2. Wer leitet den Corporate Accelerator und wan wen reportet diese Person?
  3. Welche Sichtbarkeit hat ein Startup im Corporate Accelerator beim Vorstand / der Geschäftsführung des Unternehmens?

Ich halte das für sehr wichtig. Ein Corporate Accelerator, der keinen Anschluss an das C-Level hat wird meiner Ansicht nach nicht Ernst genug genommen. Hier wäre mir als Startups die Gefahr zu groß, dass bei besagtem Unternehmen nur ein wenig „Acceleratoren-Inkubatoren-Theater“ gespielt wird, es aber zu wenig ernsthafte Absichten gibt mit den eigenen Ressourcen Startups zu entwickeln. Das mag ein wenig hart klingen und es gibt sicher auch Ausnahmen, die aber gut begründet sein müssten (darüber können wir gerne sprechen).

Pro: Was spricht für einen Corporate Accelerator?

Wenn die Voraussetzungen stimmen, hat es viele gute Gründe für die Zusammenarbeit mit deinem Corporate Accelerator:

  • Vertrauen im Markt
  • Zugang zu Lieferanten und Kunden
  • Zugang zu Know-how, R&D und Entwicklungs-Know-how
  • Kapital
  • Erfahrung und Mentoring

Kontra: Was spricht dagegen?

Corporates = More from the same

Wichtig ist die Kultur und Organisation eines Corporate zu verstehen. Wer keine direkten und persönlichen Erfahrungen hat, dem empfehle ich dringend sich Leute zu suchen, die diese Erfahrung mitbringen.

Das Unternehmen ist auf Prozesse und das „Execution“ eines bestehende Business optimiert. Viele Organisation sind das komplette Gegenteil von einem Startup: langsam, bürokratisch, sehr risikoscheu. Die Incentives der Stakeholder und Führungskräfte sind auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. In Folge geht es viel um Status, Positionen, Budgets, Macht- und Entscheidungsstrukturen. In Folge kann die Gefahr sehr hoch sein in diese Mühlen zu geraten:

  • Entscheidungen werden nicht gefällt und ständig vom Tisch genommen
  • Dein Startup wird zum „Spielball“ eines Stakeholders
  • Der Erfolg eures Startups zahlt kurzfristig nicht auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ein
  • Das „Mindset“ ist sehr auf den Status Quo gerichtet

Umso wichtiger ist darauf zu achten, wie der Link vom Corporate Accelerator zum Mutterschiff hergestellt werden soll und wer die beteiligten Akteure sind. Seid euch jedoch darüber im Klaren, dass wenn es hart auf hart kommt, das Unternehmen und deren Interessen immer wichtiger ist für den Corporate als euer Startup.

Eine deutlich radikalere Sicht gegen Corporate Accelerator im folgenden Video:

Fragen

Was könnt ihr tun, wenn es auf dem Papier gut klingt, die Voraussetzungen passen?

  • Sucht Kontakt mit Unternehmen, die im Corporate Accelerator sind
  • Sucht Kontakt zu Leuten, die bei dem Corporate gearbeitet haben
  • Schaut euch Bewertungen von Arbeitgebern an
  • Bittet um ein Gespräch mit dem Vorstand / der Geschäftsführung

Fazit

Auf dem Papier klingen vielen Corporate Accelerator nach dem perfekten Match für ein junges aufstrebendes Startup. Ich halte einen Corporate Accelerator für eine tolle Einrichtung, sofern der Corporate Accelerator aus den richtigen Gründen besteht und genügend Sichtbarkeit im Unternehmen hat. Klar machen sollte sich nur jedes Startups, dass hier eine andere Kultur herrscht, zu der es Berührungspunkte geben wird. Wer die nicht will und sucht, ist bei einem klassischen Investor oder unabhängigen Accelerator besser aufgehoben.

 

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Ich arbeite als Berater und Coach mit digitalen Unternehmen und solchen die es werden wollen. Ich denke in Geschäftsmodellen, verstehe Technologie und bin ein großer Anhänger von agilen Projektmethoden.

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