Digitale Kompetenz

5 Maßnahmen wie Unternehmen digitale Kompetenz entwickeln

1024 724 Andreas Diehl
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Digitale Kompetenz zu entwickeln und im Unternehmen zu etablieren gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer modernen Führungskraft. Allerdings stellt die IT-Beratung Cognizant in ihrer Studie „People – Not Just Machines – Will Power Digital Innovation“ deutschen Managern ein schlechtes Zeugnis in Sachen digitale Kompetenz aus. 

Das Ergebnis ist ernüchternd, vielleicht auch ein wenig überraschend. Schließlich findet Digitalisierung statt, über digitalen Wandelt wird unentwegt referiert oder berichtet. Woran liegt es also, dass Führungskräfte in der Beurteilung ihrer digitalen Kompetenz so schlecht abschneiden?

Was genau ist Digitale Kompetenz?

Digitale Kompetenz ist die Fähigkeit Auswirkungen der Digitalisierung auf allen unternehmerischen Handlungsebenen zu verstehen. Basierend auf diesem Verständnis werden entsprechende Maßnahmen abgeleitet, im Unternehmen umgesetzt und das Unternehmen wird auf den Weg zu einem digitalen Unternehmen geführt.

  1. Normative Handlungsebene: Wie beeinflusst die Digitalisierung existentielle Fragen und Werte unseres Unternehmens? Vision, Mission, unternehmerisches Leitbild?
  2. Strategische Handlungsebene: Wie verändert sich durch Digitalisierung unser Marktzugang und unser Geschäftsmodell? Wie müssen wir das Unternehmen ausrichten um langfristig in der digitalen Welt erfolgreich zu sein?
  3. Operative Handlungsebene: Welche Prozesse, Systeme und Arbeitsschritte können wir mit digitalen Services automatisieren und effizienter gestalten? Wie müssen wir unsere Prozesse und  Arbeitsabläufe anpassen, um unser Geschäft effizienter und kundenfreundlicher abzuwickeln?

Digitalisierung ist eine Herausforderung für das ganze Geschäftsmodell. Und digitale Kompetenz der Ausdruck dafür wie gut eine Führungskraft versteht, auf welchen Ebenen das Unternehmen handeln muss.

Die digitale Komfortzone oder wie Missverständnisse bei der Beurteilung digitaler Kompetenz entstehen

Digitalisierung ist ein sehr wolkiger Begriff, der alles und nichts heißen kann. Wenn es also um die Beurteilung digitaler Kompetenz geht, dann liegen die eigene Beurteilung und die tatsächliche Ausprägung digitaler Kompetenz möglicherweise weit auseinander:

  1. Digitalisierung und digitale Kompetenz werden auf eine rein operative Ebene reduziert. Auf Technologie, Automatisierung und Prozesse. Alter Wein in neuen Schläuchen. Technologie dient zur Erhaltung des Status Quo.
  2. Wir alle sind sie gewiefte Anwender: Ein iPhone in der Tasche, amazon Echo auf dem Küchentisch, bei Lieferando bestellen. Konsumenten Know-how wird mit digitaler Kompetenz verwechselt.
  3. Großes Buzzword Digitalisierung: Stellen Sie drei Ihrer Kollegen einmal die Frage, was Digitalisierung für das eigene Unternehmen bedeutet. Jede Wette, Sie erhalten drei verschiedene Antworten.

„Ich weiß nicht was ich nicht weiß.“ Diese Punkte erschweren es für Manager und Unternehmen echte digitale Kompetenz aufzubauen und im Unternehmen zu etablieren.

Maßnahmen um Digitale Kompetenz zu entwickeln

Digitales Zielbild aufstellen

To succeed you must study the endgame before everything else.

Starten Sie mit einem Zielbild für die Zukunft. Was genau bedeutet Digitalisierung für Ihr Unternehmen? Wie verändern sich ihr Markt? Ihr Kundenzugang? Ihr heutiges Geschäftsmodell? Sie brauchen eine Idee wie sich ihr Unternehmen der Digitalisierung stellen soll. Ich rede hier nicht von einer Digitalen Strategie, die findet oft genug auch nur in der Digitalen Komfortzone statt. Es geht um die grundlegenden Fragen:

  • Auf welche Stärken setzt ihr Unternehmen in der digitalen Welt?
  • Wie erreichen Sie ihren Kunden auch noch in 10 Jahren?
  • Wie verändert Digitalisierung ihren Markt und Wertschöpfungsstrukturen?

Nur wenn es ein stimmiges digitale Zielbild gibt, lassen sich Strategien und sinnvolle Maßnahmen ableiten.

Digital Office gründen

Um ein digital kompetentes Unternehmen zu werden braucht es ein Team, ein Digitales Office. Das Team hat die Aufgabe hat, Strategien für dieses Zukunftsbild zu entwickeln, diese in hohem Tempo anzuwenden und zu testen, um bei der stetigen digitalen Marktentwicklung überhaupt mithalten zu können. Im Optimalfall besteht dieses Team aus internen Mitarbeitern, die die Organisation kennen und ein gutes Standing haben. Außerdem braucht es Digitalisierungs-Experten, Leute, die Technologie und Methodenwissen mitbringen, wie digitale Organisation ticken. Das Digital Office braucht das uneingeschränkte Vertrauen und Rückendeckung der Geschäftsführung und muss richtig in der Organisation positioniert sein, um nicht in Schönheit und digitalen Buzzwords zu sterben.

Missionieren, Missionieren, Missionieren

Digitalisierung ist kein One-Time-Projekt. Als Führungskraft müssen Sie ihre Mitarbeiter und die gesamte Organisation in den digitalen Wandel einbinden. Nicht nur Führungskräfte brauchen digitale Kompetenz, digitale Kompetenz muss sich im Unternehmen ausbreiten.  Diskutieren  Sie mit Kollegen und Mitarbeitern, was Digitalisierung bedeutet, welche Auswirkungen es hat und wie das Unternehmen mit diesen Fragen umgeht. Es geht um den Aufbau von Vertrauen, die Etablierung digitaler Kompetenz und eine Sensibilisierung für das Thema Digitalisierung im Allgemeinen. Testen Sie das Verständnis für Digitalisierung und die Verbreitung digitaler Kompetenz mit folgendem kleinen Selbstversuch: Fragen Sie 5 Kollegen, was sie unter Digitalisierung für das eigene Unternehmen verstehen.

Governance und Projektstrukturen aufbauen

Viele Organisation bewegen sich vor allem (und möglicherweise auch nur dann), wenn einem Thema viel Aufmerksamkeit von höchster Stelle gewidmet wird. Führen Sie Strukturen und Abläufe ein, in welchem Rahmen regelmäßig über Digitalisierung, das Zielbild, Strategien und digitale Projekte gesprochen wird. Projektteams sollten unbedingt abteilungsübergreifend und komplementär besetzt sein. Das Digital Office begleitet und coacht Kollegen und das Unternehmen auf dem Weg digitale Kompetenz zu entwickeln.

Startups sind das Salz in der Suppe

Fangen Sie an sich mit den jungen Wilden zu vernetzen. Geben Sie Einblicke, helfen sie mit ihrem Know-how und lassen sich inspirieren wie Startups die Welt und Marktentwicklung sehen. Hören Sie aufmerksam zu, auf welche Technologien Startups setzen und über welche Plattformen und Wege sie sich Zugang zum Kunden verschaffen. Jede Wette, Sie werden nicht dümmer. 

Fazit – Der Weg ist das Ziel

Digitale Kompetenz aufzubauen sowie ein Unternehmen und ein Geschäftsmodell zu digitalisieren ist eine kontinuierliche Reise. Sehr oft eine lange und auch manchmal auch eine schmerzhafte Reise. Allerdings bietet der Weg vielleicht auch eine seltene Gelegenheit einem vielleicht etwas angestaubten und stagnierenden Geschäftsmodell wieder neues Leben einhauchen. Oder mit der Einführung neuer Prozesse und Systeme auch ihrer Organisation wieder ein wenig mehr Schwung zu verleihen. Digitale Kompetenz ist der Schlüssel dazu. Ein emphatisches Verständnis wie Digitalisierung das eigene Geschäft verändert. Als Führungskraft müssen Sie sich vielleicht nur die ehrliche Frage stellen, ob Sie selber ein Gefangener ihrer digitalen Komfortzone sind. Und auf dieser Erkenntnis basierend können Sie dann echte digitale Kompetenz entwickeln. Viel Spaß dabei.

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Ich arbeite als Berater und Coach mit digitalen Unternehmen und solchen die es werden wollen. Ich denke in Geschäftsmodellen, verstehe Technologie und bin ein großer Anhänger von agilen Projektmethoden.


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