Wieso ein Corporate Accelerator für Unternehmen und Startups sinnvoll ist

Wieso ein Corporate Accelerator für Unternehmen und Startups sinnvoll ist 1024 533 Andreas Diehl (#DNO)

Im Rahmen der Digitalisierung und der Umsetzung ihrer Digitalen Strategie setzen Unternehmen auf einen Corporate Accelerator. In diesem Accelerator bündelt das Unternehmen Ressourcen, Know-how und Assets, um Startups zu entwickeln und zu Wachstum zu verhelfen.

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Warum ein Corporate Accelerator für etablierte Unternehmen Sinn macht

Etablierten Unternehmen fällt es schwer neue (digitale) Geschäftsmodelle in ihren eigenen vier Wänden zu entwicklen. Die Digitale Transformation beschränkt sich oft auf die Anpassung des bestehenden Geschäfts, nicht aber auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Ein Corporate Accelerator ist ein gutes Instrument für ein etabliertes Unternehmen, um neue Märkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das heißt digitales Neugeschäft zu entwickeln, das vom Bestandsgeschäft zu weit weg und „off strategy“ ist.

Über den Corporate Accelerator kannst Du Erfahrungen, Assets und Ressourcen deines Unternehmens wertschöpfend in den Aufbau neuer Unternehmen investieren, ohne deine eigenen Projekte aufzusetzen oder Gefahr zu laufen, dich „zu verzetteln“.

Der Unterschied zu einem Corporate Venture Capital Fonds

Der Accelerator unterscheidet sich grundlegend von einem Corporate VC Fonds.

Erstens muss der Corporate VC nicht zwingend eine Nähe zum Bestandsgeschäft des Unternehmens haben. Entsprechend kann der Fonds auch in branchenfremde Geschäftsmodelle investieren. Je nach Ausrichtung investiert der Fonds zum Beispiel in disruptive Geschäftsmodelle, neue Technologien oder auch in branchenfremde Startups mit dem Ziel Rendite zu erwirtschaften. Dagegen agiert der Corporate Accelerator sehr nah am bestehenden Geschäft des Unternehmens.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist das gepflegte Verhältnis zu einem Startup. Der Corporate Venture Capital Arm tritt als Investor auf. Meist haben diese Units keine direkten Verbindungen zum operativen Geschäft. Dagegen verfolgt der Accelerator das Ziel bestehendes Know-how und Ressourcen aus dem operativen Geschäft in ein Startup einzubringen.

Der Corporate Accelerator aus Sicht eines Startups

Für die Entscheidung, ob ein Corporate Accelerator für dein Startup Sinn macht, gibt es folgende wesentliche Fragestellungen:

  1. Warum ist das Unternehmen ein strategischer Fit für euch?
  2. Was hat der Corporate, was euch helfen und beschleunigen würde?

Wenn ihr gute Antworten auf diese Fragen habt, schaut euch den Accelerator etwas genauer an. Natürlich könnte ihr diese Fragen auch im direkten Gespräch stellen:

  1. Warum wurde der Accelerator aufgesetzt, welches Ziel verfolgt das Unternehmen damit?
  2. Wer leitet den Accelerator und an wen reportet diese Person?
  3. Welche Sichtbarkeit hat ein Startup im Corporate Accelerator beim Vorstand/der Geschäftsführung des Unternehmens?

Ein Corporate Accelerator, der keinen Anschluss an das C-Level hat wird meiner Ansicht nach nicht Ernst genug genommen. Aus diesem Grund wäre mir als Startups die Gefahr zu groß, dass bei besagtem Unternehmen nur ein wenig „Acceleratoren-Inkubatoren-Theater“ gespielt wird. Im Grunde genommen gibt es aber zu wenig ernsthafte Absichten mit den eigenen Ressourcen Startups zu entwickeln.

Pro: Was spricht aus Sicht eines Startups für einen Corporate Accelerator?

Wenn die Voraussetzungen stimmen, gibt es viele gute Gründe für die Zusammenarbeit mit einem Corporate Accelerator:

  • Vertrauen im Markt
  • Zugang zu Lieferanten und Kunden
  • Zugang zu Know-how, R&D und Entwicklungs-Know-how
  • Kapital
  • Erfahrung und Mentoring

Kontra: Was spricht gegen die Zusammenarbeit mit einem Corporate Accelerator?

Corporates = More from the same

Wichtig für dich ist es die Kultur und Organisation eines Corporate zu verstehen. Hast Du keine direkten und persönlichen Erfahrungen, empfehle ich Dir dringend Leute zu suchen, die diese Erfahrung mitbringen.

Das Unternehmen ist auf Prozesse und das „Execution“ eines bestehende Business optimiert. Viele Organisationen sind das komplette Gegenteil von einem Startup: langsam, bürokratisch, sehr risikoscheu. Die Incentives der Stakeholder und Führungskräfte sind auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. Das heißt, Status, Positionen, Budgets, Macht- und Entscheidungsstrukturen stehen im Fokus. In Folge kann die Gefahr sehr hoch sein in diese Mühlen zu geraten:

  • Entscheidungen werden nicht gefällt und ständig vom Tisch genommen
  • Dein Startup wird zum „Spielball“ eines Stakeholders
  • Der Erfolg eures Startups zahlt kurzfristig nicht auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ein, wird damit unwichtig
  • Das „Mindset“ eurer Ansprechpartner ist sehr auf den Status Quo gerichtet

Je überzeugender die Beweggründe des Unternehmen den Corporate Accelerator zu gründen und je besser der Draht zur obersten Führungsebene, desto geringer sind diese Gefahren. Deswegen schaut euch die handelnden Personen genau an. Wen ihr ein schlechtes Gefühl habt oder den Eindruck, dass die Person Startups und Gründe nicht versteht, dann entscheidet euch dagegen. Du musst Dir darüber im Klaren sein, wenn es hart auf hart kommt, sind Unternehmen und Unternehmensinteressen immer wichtiger für den Corporate als euer Startup.

Die Entscheidung für einen Corporate Accelerator vorbereiten

Was könnt ihr als Gründer noch tun, wenn die Voraussetzungen zumindest auf dem Papier passen?

  • Sucht Kontakt mit Unternehmen, die im Corporate Accelerator sind
  • Sucht Kontakt zu Leuten, die bei dem Corporate gearbeitet haben
  • Schaut euch Bewertungen von Arbeitgebern an
  • Bittet um ein Gespräch mit dem Vorstand/der Geschäftsführung

Fazit: Corporate Accelerator können den Unterschied machen

Auf dem Papier klingen viele Corporate Accelerator nach dem perfekten Match für ein junges aufstrebendes Startup. Sofern der Corporate Accelerator aus den richtigen Gründen besteht und genügend Sichtbarkeit im Unternehmen hat, halte ich einen Corporate Accelerator für eine tolle Einrichtung. Jedoch muss man als Startup unbedingt verstehen, dass bei einem Corporate eine andere Kultur herrscht. Das heißt, es wird auf jeden Fall Berührungspunkte geben. Die Kultur und die Art zu denken wird nicht spurlos an euch vorbeiziehen. Deshalb – wer diesen Kontakt nicht sucht, ist bei einem klassischen Investor oder unabhängigen Accelerator besser aufgehoben.

Für ein etabliertes Unternehmen ist ein Corporate Accelerator ein gutes Vehikel, um die eigenen Stärken für den Aufbau von digitalem Neugeschäft zu nutzen. Ohne dabei den Fokus auf das bestehende Geschäft zu verlieren. Daher ist ein Corporate Accelerator im Rahmen der Digitalisierung ein gutes Instrument, um in Wachstum und digitale Wettbewerbsfähigkeit zu investieren.

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