Fünf Impulse wie Du als Führungskraft digitale Kompetenz entwickelst

1024 533 Andreas Diehl

Digitale Führungskräfte unterscheiden sich vor allem durch ihre digitale Kompetenz von anderen Führungskräften. Mit dem gezielten Aufbau digitaler Führungsqualitäten hast Du die besten Voraussetzungen, die digitale und agile Entwicklung deines Unternehmens zu gestalten.

Mit diesem Beitrag geben wir Dir fünf Impulse, wie es Dir gelingt, Digitale Kompetenz aufzubauen.

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1. Kundenzentriert denken – Die digitale Reise eurer Kunden verstehen

Der Kunde steht bei allen agilen und digitalen Arbeitsmethoden im Mittelpunkt. Das heißt, um Kompetenz im digitalen Bereich zu entwickeln, brauchst Du zunächst ein Verständnis darüber, wie sich das Einkaufs-, Bestell und Kommunikationsverhalten eurer Kunden im Zuge der Digitalisierung verändert. Schließlich ist der Zugang zu seinen Kunden für jedes Unternehmen eine Achillesverse. Und digitale Unternehmen sind oft sehr kreativ, wie sie die Customer Experience gegenüber etablierten Unternehmen deutlich verbessern.

Um die Bedürfnisse digitaler Kunden zu verstehen und zu diskutieren, eignen sich verschiedene Werkzeuge und Methoden. Diese Übungen könnt ihr alleine oder mit einer Gruppe von Kollegen machen. Im Marketing werdet ihr sicher viele Kollegen treffen, denen diese Übungen möglicherweise auch nicht ganz fremd sind.

Werkzeuge und Methoden für kundenzentriertes Arbeiten

Einen guten Einstieg in kundenzentriertes Arbeiten bietet Dir das Persona Canvas. Dies ist ein sehr einfaches Format, sich mit den Bedürfnisse eurer Kunden auseinanderzusetzen. Vertiefend eignen sich dann das Customer Journey Mapping oder das Jobs-to-be-done Framework. Diese Werkzeuge geben Dir einen Bezugs- und Ordnungsrahmen mit auf den Weg, mit welchen Fragen Du Dich auseinandersetzen solltest, um deinen digitalen Kunden zu verstehen.

Auch mit diesen Fragen im Gepäck ist der direkte Austausch mit Kunden jedoch unbezahlbar. Formuliere also deine eigenen Hypothesen, such Dir Kollegen im Vertrieb und Marketing oder suche selbst das Gespräch mit euren Kunden. Du musst da keine Wissenschaft draus machen. Dan Norman hat mit seinen Studien zur Usability von Webseiten schon vor 20 Jahren festgestellt, dass Du die dicksten Fehlannahmen bereits nach fünf Gesprächen entlarvt hast. Der Erkenntnisgewinn in folgenden Gesprächen ist sehr klein.

2. Agile Arbeits- und Projektmethoden verstehen

Digitalisierung verändert auch Arbeitswelten und Führungskonzepte. Neben einer hohen Kundenzentrierung sind agile Projektmethoden durch ein paar wesentliche Charakteristika gekennzeichnet. Zuerst haben sie eine hohe Wertorientierung, das heißt alle Maßnahmen, die der Organisation oder vor allem dem Kunden keinen erkennbaren Wert liefern, werden unterlassen. Verschwendung wird unter allen Umständen vermieden. Zweitens basiert agiles Arbeiten auf einer hohen Selbstorganisation. Das bedeutet, Mitarbeiter kennen ihre Rolle und ihren Wertbeitrag zum Gelingen eines Vorhabens. Drittens sind agile Arbeitsmethoden empirisch. Statt einen perfekten Plan zu machen, arbeiten agile Teams mit ein paar Grundannahmen und lernen “on the go”. Entsprechend müsst ihr als Team regelmäßig gemeinsam überprüfen, welcher Fortschritt erzielt wurde und was ihr unternehmen müsst, um euch zu verbessern. Das setzt ein hohes Maß an Transparenz, Kritikfähigkeit und Selbstreflektion voraus.

Agiles Arbeiten erleben

Möglicherweise hat dein Unternehmen schon Erfahrung in der agilen Projektarbeit. Ein guter Ansprechpartner dafür sind euer Project Management Office, eure HR Abteilung oder natürlich euer Digital Team, sofern ihr schon eins gegründet habt. Ein guter Einstieg, um agiles Arbeiten selbst zu praktizieren, ist zum Beispiel ein Kanban Board, mit dem ihr euch als Team organisiert. Damit schafft ihr zum einen eine hohe Transparenz und übt die permanente Überprüfung des eigenen Vorgehens. Zum anderen könnt ihr in Besprechungen Prinzipien agiler Meetingkultur üben. Schließlich könnt ihr euch mit Scrum als agiler Projektmethode auseinandersetzen. Einen guten Einstieg in Scrum bietet der offizielle Scrum Guide. Den Scrum Guide gibt es hier als PDF Download auf deutsch oder hier auf englisch als Hörbuch.

3. Digitale Technologien und ihre Bedeutung für euer Geschäftsmodell verstehen

Software eats the world.

Wenn Du gehofft hast, ganz ohne IT und Technologie beim Aufbau digitaler Kompetenz auszukommen, dann müssen wir dich enttäuschen. Technologie spielt in allen Bereichen deines Geschäftsmodells eine wesentliche Rolle. Moderne Systeme helfen euch, Abläufe zu automatisieren, die Customer Experience zu verbessern oder auch eurer Leistungsversprechen zu verändern. Ein Verständnis digitaler Technologien und ihrer Wirkungsweisen für euer Geschäftsmodell sind ein Grundpfeiler digitaler Kompetenz. Ohne dieses Verständnis wird es schwer, sich dauerhaft als digitale Führungskraft zu empfehlen. Zu den wichtigsten digitalen Trends gehören sicherlich Big Data, künstliche Intelligenz, Blockchain oder auch Spracherkennung.

Technologien und digitale Ökosysteme kennenlernen

Um einen Einstieg zu finden, empfehlen wir zum Beispiel das Hören von technologie-bezogenen Podcasts. Viele dieser Podcasts sind auf englisch, zum Beispiel der Podcast des amerikanischen Venture Capitalists Andreessen Horowitz, die für ihre Aussage “Software eats the world” bekannt sind.

Ein weiteres gutes Mittel, sich digitales Fachwissen und Kompetenz im Bereich Technologie anzueignen, ist der Besuch von Startup Pitches und Startup Veranstaltungen. Startups sind oft „on edge“ und durch den regelmäßigen Austausch kannst Du Dich auf dem Laufenden halten. Oder Du gehst sogar soweit, sie zu euch einzuladen. Der Austausch zwischen Startups und etablierten Unternehmen ist für beide Seiten befruchtend. Schließlich findest Du auf Plattformen wie Udemy zu jedem Thema einen Video-Kurs, um die grundlegenden Wirkungsweisen zu verstehen. Bevor Du jedoch zu tief in Technologien eintauchst, empfehlen wir Dir zunächst zu verstehen, welchen Einfluss diese Technologie für euer Geschäftsmodell hat.

4. Moderne Unternehmensplanung – Geschäftsmodelle digital neu denken

Digitalisierung verändert euer Geschäftsmodell auf vielen Ebenen und in ebenso vielen Unternehmensbereichen. Um digitale Kompetenz auszustrahlen, brauchst Du eine Idee, in welchen Bereichen euer Geschäftsmodell von der Digitalisierung betroffen ist und mit welchen Strategien ihr dem digitalen Wandel begegnet.

Mit den Übungen zum kundenzentrierten Arbeiten hast Du bereits die Grundlage geschaffen. Daraus wirst Du bereits Erkenntnis ableiten, wie sich euer Leistungsversprechen durch Digitalisierung verändert. Mit einem Verständnis über die Bedürfnisse digitaler Kunden kannst außerdem beurteilen, wie sich der Zugang zu euren Kunden verändert. Darauf aufbauend kannst Du nun überlegen, wie ihr eure Customer Experience und eure Kundenbeziehung digital neu denken könnt. Ein erster Überblick über Technologien gibt Dir weitere Impulse, wie euer Geschäftsmodell digital neu gedacht werden kann.

Werkzeuge für moderne Unternehmensplanung

Ein gutes Werkzeug, um euer Geschäftsmodell digital neu zu denken, ist Business Model Canvas (BMC). Das BMC bietet euch eine einfache Struktur und eine gemeinsame Sprache, um über die Entwicklung eures Geschäftsmodells zu diskutieren. Mit dem Value Proposition Canvas könnt ihr darüber hinaus euer verändertes Wertversprechen diskutieren. Guter interne Ansprechpartner für euer digitales Geschäftsmodell sind Kollegen in der Unternehmensentwicklung. Operativ hat eure Marketing-Abteilung sicher bereits Erkenntnisse, über welche digitalen Kanäle ihr Kunden akquiriert. Schließlich ist das McKinsey 3 Horizon Framework ein gutes Werkzeug, um die strategische Entwicklung deines Unternehmens auch im Zeitablauf zu planen.

5. Methoden für die Entwicklung digitaler Produkte und Services

Wenn Du kundenzentriert denkst, euer digitales Geschäftsmodell vor Augen hast und Technologien verstehst, wirst Du viele Gelegenheiten entdecken, wie dein Unternehmen sich durch den Aufbau neuer digitaler Produkte und Services besser aufstellen kann. Zur Kompetenz einer digitalen Führungskraft zählt dabei das Verständnis, wie Produkte und Services heutzutage kundennah und agil entwickelt werden.

Die wichtigsten Voraussetzungen, um ein digitales Produkt zu entwickeln und eine digitale Innovation voranzutreiben, findest Du bereits in den vorherigen Abschnitten. Du hast die digitale Reise eurer Kunden verstanden und kennst die Wesensmerkmale agiler Arbeit. Im ersten Schritt formulierst Du Mehrwerte für deine Kunden und dein Unternehmen. In persönlichen Gesprächen mit der Zielgruppe verifizierst Du deine Annahme. Werkzeuge aus der digitalen Unternehmensplanung helfen Dir, deine Gedanken zu ordnen und zu kommunizieren. Diese Schritte durchläufst Du, bevor Du überhaupt einen Partner für die Entwicklung des Produktes zu Rate ziehst. In der Entwicklung startet ihr dann mit einem Prototypen oder minimal funktionsfähigem Produkt. Durch permanentes Feedback der Kunden seid ihr in der Lage, das Produkt immer weiter zu verbessern.

Werkzeuge für die Entwicklung digitaler Produkte und Service

Das sicherlich bekannteste Konzept für die moderne Entwicklung digitaler Produkte und Services ist “Lean Startup”. Allerdings setzt die Anwendung von Lean Startup voraus, dass ihr bereits Ideen für Produkte und Services habt. Zudem unterstützen euch Konzepte wie Lean Analytics dabei, geeignete Performance Indikatoren zu identifizieren. In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Konzepte und Methoden für die Entwicklung digitaler Produkte und Services zusammengefasst. Um die agile Entwicklung eines Produktes hautnah zu erleben, braucht ihr einen Entwicklungspartner, der agil nach Scrum arbeitet und der Konzepte wie Lean Startup verinnerlicht hat. Wir unterstützen euch gerne beim Briefing und der Auswahl der Partner. In dieser Fallstudie skizzieren wir, wie wir die Entwicklung einer digitalen Plattform von der ersten Idee bis zum operativen Betrieb strukturiert haben.

Fazit – Digitale Kompetenz ist ein Muss für moderne Führungskräfte

Wenn Du dich als digitale Führungskraft empfehlen oder etablieren willst, ist der Aufbau digitaler Kompetenz alternativlos. Dabei sind kundenzentriertes Denken, agiles Arbeiten, ein gutes Verständnis digitaler Technologien, Werkzeuge für die Unternehmensplanung und Methoden für die Entwicklung digitaler Produkte eine sehr gute Voraussetzung für den Aufbau deiner digitalen Kompetenz. Wie beim Erlernen jeder anderen Fertigkeit gibt es nur einen Weg, Dir das notwendige Rüstzeug anzueignen: Üben, Üben, Üben. Damit Übung auch zu Lernerfolg führt, braucht es nach dem schwedischen Lernpsychologen Karl Anders Ericsson vor allem Feedback und Anleitung. In deinem eigenen Unternehmen findest Du hoffentlich viele potentielle Ansprechpartner, um digitale Kompetenz zu entwickeln. Wenn Du einen Sparringspartner für den Aufbau digitaler Kompetenz suchst, stehen wir euch dafür gerne zur Verfügung.

Mein Name ist Andreas Diehl, ich bin Gründer der Digitalen Neuordnung. Wir sind eine Digital Beratung spezialisiert auf die agile und digitale Entwicklung von Unternehmen. Hier kannst erfährst du wie wir zusammenarbeiten können, hier kannst Du unseren Blog abonnieren oder uns folgen.

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