Mit dem Business Model Canvas die digitale Transformation deines Unternehmens planen

Mit dem Business Model Canvas die digitale Transformation deines Unternehmens planen 1024 533 Andreas Diehl (#DNO)

In einem unseren letzten Beiträge haben wir die Vorzüge des Business Model Canvas für die Visualisierung und Strukturierung von Geschäftsmodellen besprochen. Mit diesem Beitrag gehen wir auf die Frage ein, wie Du mit dem BMC die digitale Transformation deines Unternehmens planen kannst.

Dabei setzen wir voraus, dass Du den Aufbau des Business Canvas schon kennst. Sofern dir die Methode noch nicht vertraut ist, empfehlen wir dir, zunächst diesen Beitrag zum Aufbau des Business Model Canvas zu lesen und das darin befindliche Beispiel anzuschauen. Im Anschluss ist dieser Beitrag die ideale Ergänzung.

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Die Vorzüge des Business Model Canvas für die Digitalisierung deines Unternehmens

In vielen Unternehmen ist Digitalisierung ein Buzzword. Die Vorstellungen davon, wie die Entwicklung zu einem agilen und digitalen Unternehmen verlaufen soll, sind diffus. Das BMC ist ein Kommunikationswerkzeug, das euch hilft, eine gemeinsame Sprache rund um das Thema Digitalisierung zu entwickeln.

Die einfache Aufteilung in neun Bausteine ermöglicht jedem Team, das BMC schnell und effektiv einzusetzen. Mit einer gemeinsam Sprache und einem einheitlichen Verständnis im Führungskreis ist es einfacher, eine digitale Strategie zu entwickeln.

Vorbereitungen und Materialien

Um mit dem BM die Digitalisierung deines Unternehmens zu planen brauchst du das BMC in ausgedruckter Form (2-3 mal), Stifte, Haftnotizen und Markierungspunkte.

Bevor Du euer Geschäftsmodell mit dem BMC planst, empfehlen wir Dir, die Methodik des BMC an einem Beispiel zu üben. Der Artikel mit dem Beispiel enthält auch auch ein Template für das Business Model Canvas.

Zunächst überlegt euch einen Farbkodex, was die Farben der Markierungspunkten oder Haftnotizen aussagen solle. Ein Farbkodex gibt deinem BMC noch einmal weitere Ordnung und Struktur.

Zum Beispiel nehmt ihr grüne Haftnotizen für Punkte, die euer Unternehmen stark machen und denen ihr auch in einer digitalisierten Welt noch eine hohe Relevanz beimesst. Dagegen verwendet ihr z.B. rote Haftnotizen für Einträge, von denen ihr glaubt, dass sie eine Schwäche auf dem Weg zu einem digitalen Unternehmen darstellen. Weitgehend neutrale Einträge markiert ihr mit einer unauffälligen Farbe.

Schritt 1 – Das heutige Geschäftsmodell abbilden

Auf dem Weg zu einem digitalen Unternehmen ist euer heutiges Geschäftsmodell der Startpunkt. Tragt den Status Quo eures Geschäftsmodells im Business Model Canvas ein. Verwendet den von euch definierten Farbkodex. Grün für Stärken, rot für potentielle digitale Schwachpunkte, alle anderen Einträge mit einer neutralen Farbe.

Bei der Diskussion um Stärken und Schwächen werdet ihr sicherlich kontrovers diskutieren. Mit Markierungspunkten statt nur Haftnotizen seid ihr auch in kontroversen Diskussionen deutlich flexibler.

Geschäftsmodell abbilden

Das eigene Geschäftsmodell einzutragen hat viele Vorteile. Zum einen ist es eine weiterführende Übung, mit der ihr die Methode stärken könnt. Ein zweiter wichtiger Vorteil ist, dass ihr nun ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Sprache in Bezug auf euer Geschäftsmodell habt.

Und drittens reden wir ja über die digitale Transformation eines bestehenden Unternehmens. Das heißt, ihr startet nicht auf der grünen Wiese, sondern habt eine Historie und gewisse Einschränkungen, aber hoffentlich auch viele Stärken. Das BMC des bestehenden Geschäftsmodells ist der Startpunkt für alle weitere Schritte in diesem Beitrag.

Schritt 2 – Euer digitales Canvas entwickeln

Nachdem ihr das heutige Geschäftsmodell dokumentiert hat, widmet ihr euch eurer digitalen Zukunft. Nehmt dazu ein zweites Business Model Canvas und skizziert euer digitales Geschäftsmodell. Wir nennen das einfach das digitale Canvas.

Aus der Diskussion und dem Aufbau des digitalen Canvas werden Fragen resultieren. Vermerkt diese Fragen auf eigenen Haftnotizen. Ein sehr produktives Format für diese Fragen ist es die Frage mit “Wie wollen wir….” einzuleiten. Dieses Frageformat hat sich in Design Sprints bewährt.

Digitales Geschäftsmodell entwickeln

Für den Aufbau des digitalen Canvas gibt es verschiedene Betrachtungsweisen und Startpunkte. Welcher Weg der geeignete für euch ist, hängt ein wenig davon ab, wo ihr aktuell in euren Überlegungen für ein digitales Unternehmen steht. Jede Betrachtungsweise hat ihren eigenen Charme, es schadet in keinem Fall, alle Übungen zu absolvieren.

Variante 1: Mit eurer digitalen Vision starten

Be strong on vision, but flexible on detail. – Jeff Bezos

In dieser Übung startet ihr mit der digitalen Vision eures Unternehmens. Wie würdet ihr das gleiche Geschäftsmodell heute digital aufbauen? Budgets, Zeit und sonstige Einschränkungen spielen keine Rolle.

Dabei dürft ihr so tun, als würde das Unternehmen heute noch einmal auf der grünen Wiese neu aufgebaut. Versucht insbesondere darauf zu achten, wie ihr eure Stärken auch digital neu denken könnt.

Variante 2: Be a startup – Eure Schwachpunkte schamlos ausnutzen

Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht.

Wenn ihr noch keine digitale Vision entwickelt habt, dann start mit der Frage, wie ein Startup eure heutigen Schwächen ausnutzen würde. Dabei gilt euer Augenmerk darauf ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das euch aus dem Markt drängen würde. Hebt insbesondere die Punkt hervor, die dem Startup perspektivisch einen unfairen Vorteil bieten.

Variante 3: Das digitale Endspiel spielen

Die dritte Variante euer digitales Canvas zu entwickeln startet mit der Frage, wie das digitale Endspiel in eurem Markt aussieht. In einem digitalen Endspiel ringen Unternehmen um die Vorherrschaft in ihren zunehmend digitalisierten Märkten. Dabei mutieren dominierende Unternehmen zu Quasi-Monopolen und sichern sich einen erheblichen Anteil des Weltmarktes.

Mit dem Business Model Canvas könnt ihr das digitale Endspiel einmal für euren Markt spielen. Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen, um in eurem digitalen Endspiel König zu sein? Lasst euch dazu ein wenig von digitalen Endspielen in anderen Märkten inspirieren.

Eure Aufgabe ist es, ein Unternehmen zu skizzieren, das in 5-10 Jahren euren Markt dominieren wird. Möglicherweise überlappt sich diese Sichtweise mit den beiden vorherigen Varianten. Wenn dem so ist, dann ergänzt und überprüft die vorherigen Varianten noch einmal mit der Frage, welche Voraussetzungen in einem Geschäftsmodell erfüllt sein müssen, damit ihr diese Größen- und Skalenvorteile entwickeln könnt.

Schritt 3 – Eure digitale Transformation skizzieren

Transformare, lateinisch entwickeln

Ihr habt mit dem ersten Schritt in dieser Übung den Status Quo eures Geschäftsmodells erfasst. Mit dem digitalen Canvas habt ihr eure digitale Zukunft skizziert und offene Fragen definiert. Nun folgt der abschließende Schritt, ihr plant die digitale Transformation eures Unternehmens.

Dazu nehmt ihr die offenen Fragen und formuliert daraus konkrete Handlungen. Diese Handlungen ordnet ihr wieder in der Struktur eines Business Model Canvas. Alternativ könnt ihr diese auch im bestehenden Geschäftsmodell aufhängen, sofern das nicht zu unübersichtlich wird.

Digitale Transformation skizzieren

Bei der Ausarbeitung eures Transformations Canvas stehen insbesondere folgende Fragen im Raum.

  1. Wie kann ein digitales Leistungsversprechen aussehen?
  2. Wie erreicht ihr eure digitalen Kunden?
  3. Welche Kompetenzen und Ressourcen müsst ihr dafür aufbauen?

Streng genommen sollten alle ToDos des Transformations-Canvas Key Aktivitäten in eurem heutigen Canvas sein. Damit schließt sich auf der Kreis zum Startpunkt dieser Übung. Ihr habt beim heutigen Geschäftsmodell angefangen, eure digitale Zukunft skizziert und strukturiert, in welchen Bereichen eures Geschäftsmodells ihr handeln müsst.

Fazit – Mit dem BMC kannst Du deine digitale Transformation planen

Digitalisierung ist ein sehr umfassendes Phänomen, das Unternehmen organisatorisch, operativ und strategisch vor Herausforderungen stellt. Dabei ist es wichtig, dass sich Entscheider einmal einen Überblick über das “big picture” verschaffen, vor allem im Hinblick auf die Frage, wie ein digitales Geschäftsmodell aussehen kann.

Das BMC bietet ein Ordnungsprinzip und Kommunikationswerkzeug für diesen Prozess. Es hilft allen beteiligten Entscheidern, einen gemeinsam Blick zu entwickeln und Klarheit darüber zu erreichen, was auf dem Weg zum digitalen Unternehmen passieren muss. Dabei wünschen wir viel Erfolg.

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