Das digitale Endspiel – Ist dein Unternehmen König oder Bauer?5 Minuten

Das digitale Endspiel – Ist dein Unternehmen König oder Bauer?5 Minuten 1024 533 Andreas Diehl

Jede Industrie steht vor einer starken Digitalisierung. Dabei dient das digitale Endspiel als Metapher für einen durchweg digitalisierten Markt und die Frage, welche Rolle ein Unternehmen in diesem Markt spielt. Im digitalen Endspiel klafft die Schere zwischen dominierenden Marktführern und seinen Wettbewerbern immer weiter auseinander. Folglich sind digitale Märkte die Keimzelle neuer Quasi-Monopolisten.

Als Entscheider musst Du dich schon heute auf ein digitale Endspiel einstellen. Deshalb zeige ich Dir, mit welchen Strategien Du König und nicht Bauer in deinem digitalen Endspiel wirst.

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Das Digitale Endspiel als Metapher

Im Endspiel hat in aller Regel einer der beiden Spieler einen Stellungs- oder Materialvorteil. – Wikipedia

Der Begriff des Endspiels stammt aus dem Schach und kennzeichnet das letzte Drittel einer Partie. Dabei bringt der frühere Großmeister José Raúl Capablanca auf den Punkt, welche Bedeutung das Endspiel für einen Schachspieler hat.

You have to study the endgame before anything else.

Das heißt, wer ein guter Schachspieler sein will fängt also beim Studium des Endspiels an und arbeitet sich bis zur Eröffnung vor. Und wer die digitale Entwicklung seines Unternehmens erfolgreich gestalten will, der muss das digitale Endspiel in seinem Markt verstehen und Strategien daraus ableiten können.

Fünf Beispiele für digitale Endspiele

Natürlich ist das Wirtschaftsleben nicht schwarz und weiß. Zwischen Erfolg und Pleite gibt es unendlich viele Nuancen. Allerdings können wir festhalten, dass das Internet nicht nur demokratisiert. Im Gegenteil, die Digitalisierung schafft Quasi-Monopole. Folglich müssen sich alle Romantiker und Freidenker getäuscht fühlen, die zu Beginn des Dotcom Booms die Demokratisierung ausgerufen haben.

Im digitalen Endspiel betrachten wir die Unternehmen als digitale Könige, die einen signifikanten Anteil Weltmarktanteil haben. Damit Du die hier genannten Zahlen ins Verhältnis setzen kannst. Unsere deutschen Hidden Champions haben einen Anteil von bis zu 10 Prozent am weltweiten Markt. Für solche „Kleckerbeträge“ stehen unsere digitalen Könige nicht einmal auf.

Lass‘ uns ein paar Könige, Thronfolder und ihre beherrschten Spielfelder anschauen.

Spielfeld Suchmaschinen, König Google

Google dominiert den Markt für Suchmaschinen. In Deutschland erfolgen neun von zehn Suchen über Google. Über mobile Endgeräte suchen 98 Prozent aller deutschen User über Google. Zwar relativieren sich die Machtverhältnisse in anderen Märkten, jedoch werden wir global auf den Boden der Tatsachen geholt. Google hat bei den Suchen einen globalen Marktanteil von 91 Prozent und erzielt 75 Prozent aller globalen Umsätze im Bereich Suchmaschinenwerbung.

König Google: Marktanteil 91 Prozent und 75 Prozent aller globalen Umsätze im Bereich Suchmaschinenwerbung

E-Commerce – Amazon, Alibaba und die vielen Zwerge

Amazon ist ein weiteres gelungenes Beispiel für ungleiche Marktverhältnisse. Denn in Deutschland erzielt Amazon im direkten B2C Geschäft mehr Umsatz als die zehn nachfolgenden Online-Händler zusammen. Selbst ein omnipräsenter Händler wie Zalando kommt nur auf einen Bruchteil der Umsätze von Amazon.

Dagegen verblasst die Amazon Dominanz im globalen Spielfeld etwas. Das haben wir vor allem China, dem größten E-Commerce Markt der Welt und Alibaba zu verdanken. In Summe vereinen die Top 5 der Online Retailer circa 50 Prozent der globalen E-Commerce Umsätze.

Wenn Du berücksichtigst, dass in vielen Ländern der Anteil der E-Commerce gegenüber dem stationären Handel noch bei 10 bis 20 Prozent liegt, dann hast Du eine Idee, wie sehr diese globalen Giganten ihre Dominanz noch ausbauen werden.

Online Marketing – König Google, Prinz Facebook

Und wieder ist Google mit dabei. Schätze doch einmal, wie viel Prozent der globalen Marketing Ausgaben bei Google oder Facebook landen.

Und?

Die beiden Riesen vereinen gemeinsam 60 Prozent der weltweiten Online Marketingausgaben auf sich. Selbst wenn wir etwas großzügiger sind und den Markt für globale Media Ausgaben anschauen (also auch offline, TV Werbung und weitere) verbleibt immer noch jeder vierte Euro Umsatz bei Facebook oder Google. (Quelle: WARC und MarketingCharts).

Facebook und Google: Zusammen 60 Prozent der weltweiten Online Marketingausgaben.

 

Digitales Endspiel_Werbeumsätze von facebook und Google

Smartphones – Von Apple erfunden und immer noch dominiert?

Die Top 5 Smartphone-Hersteller Apple, Samsung, Huawei,Xiaomi, und OPPO vereinigen circa 60 Prozent des Marktes auf sich. Vordergründig mag uns das noch etwas milde stimmen. Aber wie groß der Material- und Stellungsvorteil von Apple tatsächlich ist, sehen wir an der Gewinnverteilung. Auch wenn Apple nur jedes sechste Smartphone vertreibt, schätzen Experten, dass 92 Prozent aller Profits bei Apple landen.

Infographic: Apple Claims 92% of Global Smartphone Profits | Statista You will find more infographics at Statista

E-Mobilität – Tesla eröffnet die Partie, Porsche kontert mit Mission E

Tesla hat sich als erstes Unternehmen für ein Endspiel im Markt für E-Mobilität aufgestellt. Ein sehr starker Brand, gute Fahrzeuge, hohe Kundenzentrierung, sehr modernes Marketing und Investments in die Infrastruktur.

Jedoch haben etablierte Unternehmen mittlerweile verstanden, dass sie eine mutige Eröffnung von einem vermeintlich verrückten Startup nicht nur belächeln sollten. So hat Porsche erst vor wenigen Wochen bekannt gegeben, sein ursprüngliches Investment von drei auf über sechs Milliarden Euro mehr als zu verdoppeln. Mit seinem Mission E Statement wettet Porsche auf einen Vorteil im seinem digitalen Endspiel. Wir dürfen gespannt sein, wer dieses digitale Endspiel für sich entscheidet. Eröffnet ist die Partie.

So bereitest Du dein Unternehmen für dein digitales Endspiel vor

The winner takes it all. – ABBA

Digitale Märkte tendieren zu einer “the winner takes it all” Situation. Und Unternehmen, die ihr digitales Endspiel dominieren, haben einen Stellungs- und Materialvorteil.

Wie kannst Du dein Unternehmen auf ein digitales Endspiel vorbereiten?

Zugegeben übersteigt die Anzahl möglicher Kombinationen für ein Endspiel auch die Fähigkeit der besten Schachspieler. Allerdings kannst Du durch eine gezielte Eröffnung und Steuerung deiner digitalen Unternehmensentwicklung ein Endspiel vorbereiten und gestalten.

1. Fachliche und organisatorische Voraussetzungen für deine digitale Unternehmensentwicklung

Zunächst gibt es ein paar Basics, ohne die Du digitale Unternehmensentwicklung nicht gestalten kannst. Dazu zählen ein tiefgreifendes Verständnis moderner Technologien, Kundenzentrierung und digitale Customer Journeys als fachliche Voraussetzungen. Diese digitalen Kompetenzen braucht dein Unternehmen in jedem Fall. Am besten auch in Person eines starken digital Leaders.

Darüber hinaus musst Du mit dem richtigen Aufbau auch die organisatorischen Voraussetzungen schaffen, damit sich die digitale Unternehmensentwicklung erfolgreich entfalten kann. Dafür habe ich die wichtigsten Voraussetzungen für deine digitale Unternehmensentwicklung in diesem Beitrag zusammengefasst. Allerdings sind das auch nur notwendige und noch keine hinreichenden Bedingung für eine gute Vorbereitungen auf dein digitales Endspiel.

2. Digitales Zielbild – Innovation und nicht nur “more from the same”

Neben den fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen braucht dein Unternehmen eine eigene Idee, wie dein digitales Endspiel aussehen kann. Das heißt, Du brauchst eine gute Antwort darauf, wie dein digitaler Markt aussehen wird und welche Daseinsberechtigung dein Unternehmen in diesem Markt hat.

Nenne dieses digitale Zielbild eine Vision, eine Mission oder einen Purpose. Du brauchst ein mutiges Zielbild und eine gute digitale Strategie, wie Du dich diesem Zielbild näherst. Digitale Innovation muss nicht immer radikal sein. Wichtig ist nur, dass Du dein Geschäftsmodell digital neu denkst.

3. Digital Strategie agil steuern und implementieren

Über die Grundvoraussetzungen für deine digitale Unternehmensentwicklung, einem starken und mutigen digitalen Zielbild spannt sich schließlich der Bogen zurück zu der Frage, wie Du mit deinem Zielbild und deiner Strategie im Zeitablauf umgehst. Damit Du dich nicht in Planungs-Overheads verlierst, brauchst Du ein agiles Mindset und die Fähigkeit deine digitale Strategie in inkrementellen Abschnitten zu implementieren und bei Fehlannahmen schnell zu korrigieren. Das setzt Transparenz, Fehlerkultur und das richtige Mindset voraus. Willkommen im agilen Arbeiten.

4. Category Leader – Mut von “best practices” Abstand zu nehmen

Lass‘ uns kurz noch einmal zu Google zurückkommen und seiner unangefochtenen Position im Suchmaschinenmarkt. Wie haben sie das erreicht? Auch wenn wir heute “googeln” – Google hat die Suchmaschinen nicht erfunden und war auch kein “First Mover”. Jedoch hatte Google in den frühen 2000ern den Mut, viele Dinge ganz anders zu machen (zum Beispiel die minimalistische Startseite) und hatte eine überlegene Technologie. Von vielen belächelt, hat Google mit der Suchmaschinenwerbung ein neues Business Modell etabliert. Und damit sein eigenes Spielfeld erfunden, das Google bis heute dominiert.

Fazit – Das digitale Endspiel durch eine gute Eröffnung vorbereiten

Du hast es selbst in der Hand, ob Du König oder Bauer in deinem digitalen Endspiel bist. Könige vereinnahmen den Großteil der Wertschöpfung in ihren Märkten. Auch wenn eine exakte Vorhersage des Endspiels unmöglich ist, als Entscheider hast Du die Zügel für eine starke Eröffnung selber in der Hand. Denn Du brauchst ein Zielbild und Strategien für dein digitales Endspiel. Viel Erfolg dabei. Ich begleite dich gerne auf dem Weg dorthin, [cp_modal id=“cp_id_149f4″]abonniere meinen Newsletter.[/cp_modal]

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