Methoden Digitalisierung – Diese elf Werkzeuge braucht jeder Digital Leader5 Minuten

Methoden Digitalisierung – Diese elf Werkzeuge braucht jeder Digital Leader5 Minuten 1024 533 Andreas Diehl (#DNO)

Die Digitale Transformation verändert die Art wie wir Unternehmen führen und Geschäftsmodelle entwickeln. Mit diesem Beitrag biete ich Dir eine Übersicht über die wichtigsten agilen und kundenzentrierten Methoden der Digitalisierung.

[wpforms id=“12262″ description=“true“]

Design Thinking – Probleme kundenzentriert lösen

If I had an hour to solve a problem I’d spend 55 minutes thinking about the problem and 5 minutes thinking about solutions.

Design Thinking ist ein Ansatz zur Lösung von Problemen und Generieren neuer Ideen. In einem Design Thinking Prozess erarbeiten komplementär besetzte Teams im direkten Austausch mit Kunden Lösungsskizzen und Prototypen. Design Thinking wurde von der Innovationsagentur IDEO Anfang der 90er Jahre begründet. Als Methode ist Design Thinking sehr generalistisch und lässt sich auf viele Problembereiche anwenden.

5-Why Methode – Warum ist die Banane krumm

Die 5-Why Methode geht auf den Gründer von Toyota Industries zurück. Ziel der 5-Why Methode ist die tatsächliche Ursache eines Problems zu identifizieren. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir fünf mal hintereinander „warum“ fragen. Der ein oder andere mag das ohnehin von seinen Kindern kennen.

Dabei liefert das 5-Why Verfahren bei ernsthafter und disziplinierter Anwendung sehr gute Einsichten. Insgesamt sind wir eher zu schnell damit befasst, Lösungen zu entwickeln, statt uns mit den Ursachen und Problemen auseinanderzusetzen. Die 5-Why Methode schützt uns vor zu schnellen Entscheidungen und schlechten Lösungen.

Scrum – Digitale Projekte agil umsetzen

Weniger planen mehr machen.

Scrum ist eine agile Projektmethode und wird vor allem in der Entwicklung von digitalen Projekten eingesetzt. Die Zusammenarbeit in Scrum basiert auf empirischer Kontrolle und ständiger Anpassung des Vorgehens. Im Unterschied zu Scrum werden viele digitale oder IT-Projekte heute noch immer nach dem Wasserfall-Prinzip durchgeführt. In einem Wasserfall-Projekt erfolgt zunächst eine umfangreiche Planung und im Anschluss eine längere Phase der Umsetzung. Dagegen präsentieren Scrum-Teams am Ende eines Sprints und spätestens nach vier Wochen den aktuellen Arbeitsstand und -fortschritt. Auf Basis der Diskussion und des Feedbacks wird dann der nächste Sprint geplant. Während viele digitale Organisationen bereits mit Scrum arbeiten, fällt es analogen und großen Organisationen schwer, die Führungsprinzipien agiler Frameworks wie Scrum zu implementieren. Jedoch bietet Scrum zum Beispiel wertvolle Inputs für den Aufbau einer agilen Projektorganisation.

Lean Startup – Produkte und Geschäftsmodelle am Kunden testen

Lean Startup beschreibt ein Verfahren, in dessen Mittelpunkt das kontinuierliche Testen und Iterieren von Produkt- und Serviceideen steht. In Lean Startup werden Ideen und Hypothesen in sogenannte minimal funktionsfähige Produkte (MVP’s) überführt und am Markt getestet. Diesen Zyklus nennt Lean Startup auch „build-measure-learn“.

Bei einem MVP geht es darum, die wichtigsten Aspekte eines Produktes und die Werttreiber aus Sicht des Kunden zu identifizieren. Im Unterschied zu einem Prototyp ist der MVP funktionaler. Während Prototypen vor allem in der direkten Interaktion mit Kunden ausgehändigt und diskutiert werden, funktionieren MVP’s auch „standalone“, bedürfen keinem direkten Gespräch und erzeugen Daten, mit denen Hypothesen verifiziert oder verworfen werden.

Prototyping – Abstrakte Ideen in Prototypen übersetzen

Ein Prototyp sagt mehr als 1.000 Worte.

Ziel des Rapid Prototyping ist es, Ideen schnellmöglich in konkrete und anfassbare Prototypen zu übersetzen. Während das Reden über Ideen abstrakt ist, sind Prototypen konkret. Und gerade in der Auseinandersetzung mit Kunden und um Feedback zu erhalten sind sie ein unverzichtbares Werkzeug.

Die wichtigste Aufgabe eines Prototypen ist es, den Kunden in die Lage zu versetzen Feedback zu geben oder seine Reaktionen zu testen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Von Zeichnungen, über Basteleien, Rollenspiele für Serviceideen bis hin zu ausgedruckten 3D-Elementen. Die Hauptsache ist, dass du deine Ideen besser erlebbar machst.

Jobs to be Done – Welchen Job will ihr Kunde erfüllen?

The customer rarely buys what the company thinks it’s selling.

Jobs-to-be-done (JTBD) ist eine Methode des bekannten Harvard Professor Clayton Christensen, der durch seine Arbeiten im Bereich “disruptiver Innovation” weltberühmt wurde. Bei der Methode steht die Frage im Mittelpunkt, für welches Problem der Kunde ein Produkt oder ein Service in Anspruch nimmt. Will der Kunde mit der Bohrmaschine tatsächlich nur ein Loch bohren? Oder will der besorgte Familienvater ein Federbett für sein Baby aufhängen? Die JTBD ist ein sehr mächtiges Werkzeug, um strategische Potenziale für die eigene digitale Unternehmensentwicklung zu entdecken.

Customer Journey Mapping – Die digitale Reise deines Kunden verstehen

Eine Customer Journey beschreibt den Weg den der Kunde zurücklegt, um ein Problem zu lösen oder ein Bedürfnis zu stillen. Das Customer Journey Mapping visualisiert den Weg des Kunden über verschiedene Phasen. Dabei berücksichtigt das Customer Journey Mapping bewusste, unbewusste und emotionale Verhaltensweisen eines Kunden.

Gerade in der strategischen Arbeit und der Entwicklung einer digitalen Strategie wird das Customer Journey Mapping unterschätzt. Viele Unternehmen werden vom Markt verdrängt, weil sie durch neue Technologien und das veränderte Nutzungsverhalten Zugriff auf ihren digitalen Kunden verlieren und sich nicht der digitalen Customer Journey ihrer Kunden anpassen. Auch eine schlechte Customer Experience ist fast immer auf ein fehlendes Verständnis der Customer Journey zurückzuführen.

Business Model Canvas – Geschäftsmodelle skizzieren und diskutieren

Das Business Model Canvas ist ein Framework, das Geschäftsmodelle auf einer Seite beziehungsweise in einem Canvas visualisiert. Dabei wird jedes Geschäftsmodell in neun Blöcke aufgeteilt. Der große Charme des Business Model Canvas liegt darin, die Dynamik von Geschäftsmodellen sehr strukturiert und schnell im Team besprechen zu können. Damit ist das Business Model Canvas für jede Art von digitalem Vorhaben ein sehr geeignetes Werkzeug. Neben einer allgemeinen Erklärung des Business Model Canvas habe ich auch einen Beitrag vorbereitet, wie du mit dem Business Model Canvas die Digitale Transformation deines Unternehmens planen kannst.

Lean Analytics – Kenne den Polarstern deines Geschäftsmodells

Lean Analytics ist als Methode weitgehend unbekannt, unserer Meinung nach aber sehr mächtig. In Lean Analytics wird die Performance eines Geschäftsmodells auf Basis weniger qualitativer Indikatoren bewertet. Statt auf “lagging indicators” (wie Umsatz) zu schauen, fokussiert sich Lean Analytics auf sogenannte “leading indicators”.

“Leading indicators” sind qualitative Werte, die Aufschluss darüber geben, wie gut ein Geschäftsmodell funktioniert. Fast immer sind “leading indicators” auf den Kunden bezogene Kennzahlen. Lean Analytics ist vor allem für die Entwicklung digitaler Innovationen wertvoll. Wie hättest Du zum Beispiel den Erfolg von Facebook in den ersten Wochen und Monaten beurteilen wollen? Tatsächlich wurde der Erfolg von Facebook vor allem über die Adaptionsrate und -geschwindigkeit an neuen Universitäten gemessen.

Lean Analytics geht sogar soweit, je nach Phase des Unternehmens nur einen qualitativen Messwert als “Polarstern” zu etablieren. An diesem Polarstern werden alle operativen Maßnahmen bewertet.

Design Sprints – Ein Team, ein Problem, eine Woche

Ein Design Sprint ist ein von Google Ventures entwickeltes einwöchiges Workshop-Format. Während eines Design Sprints erarbeitet ein Team das zu lösende Problem, entwickelt gemeinsam Ideen und Prototypen zur Lösung des Problems und diskutiert diese mit dem Kunden. Dabei kombiniert ein Design Sprint Elemente aus Design Thinking, Lean Startup, Customer Journey Mapping und Rapid Prototyping. Der Charme eines Design Sprints liegt darin, dass Google Ventures die Methode bereits in vielen eigenen Workshops erprobt und optimiert hat. Allerdings sind Design Sprints ein sehr aufwendiges Format. Von daher sind Design Sprints besonders geeignet, um sehr kritische Annahmen bei der Entwicklung eines Projektes zu validieren.

Kanban Boards – Den Fokus halten

Kanban hat wie viele „lean practices“ seinen Ursprung bei Toyota. Die ursprüngliche Idee von Kanban ist es, Materialflüsse im Produktionsprozess zu visualisieren. Heute werden Kanban Boards in agilen Teams eingesetzt, um Prozesse, Projekte und Aufgaben übersichtlich zu visualisieren. Dabei ist das Kanban Board in verschiedene Listen aufgeteilt. Zum Beispiel repräsentiert eine Liste einen Arbeitszustand einer Aufgabe. Die simpelste Form ist zum Beispiel eine Dreiteilung: Was haben wir vor (Backlog), an was arbeiten wir gerade (Doing) und was ist bereits erledigt (Done).

Darüber hinaus kann ein Kanban Board auch verschiedene Abteilungen beziehungsweise Wertschöpfungsschritte repräsentieren. Durch die Visualisierung auf einer Tafel oder einem Board wird offensichtlich in welchem Bereich die Engpässe liegen. Zudem hilft das Kanban Board dem Team sich zu fokussieren und Parallelarbeiten zu vermeiden. Der große Charme von Kanban ist, dass es sehr einfach anzuwenden ist.

Fazit – Digitalisierung braucht Methode

Das veränderte Nutzungs- und Konsumverhalten digitaler Kunden zwingt Unternehmen den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten zu stellen. Für die erfolgreiche digitale Entwicklung eines Unternehmens spielen diese Werkzeuge eine wesentliche Rolle. Während in digital reifen Organisationen das Digital Hub diese Werkzeuge einbringt und die Mitglieder im Digital Team Kollegen in der Anwendung der Methoden unterstützen, brauchen analoge Unternehmen oft Unterstützung in der Umsetzung dieser neuen Denkweisen. In jedem Fall gehören diese Methoden in die Toolbox einer modernen Unternehmensführung und einer jeden digitalen Führungskraft.

[wpforms id=“12389″ description=“true“]

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Hinterlasse eine Antwort

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

"Danke" sagen

Mit Kollegen teilen und "Danke" sagen.