Business Model Canvas für Startups – Dein Product-Market Fit planen

1024 533 Andreas Diehl

In einem unseren letzten Beiträge haben wir die Vorzüge des Business Model Canvas für die Visualisierung und Strukturierung von Geschäftsmodellen besprochen. Mit diesem Beitrag gehen wir auf die Frage ein, wie Du mit dem BMC den Product-Market Fit und die Entwicklung deines Startups planen kannst.

Was ist der Product-Market Fit?

Ein Startup durchläuft in seiner Entwicklung von der ersten Idee bis zu einem wachsenden Unternehmen mehrere Phasen. Ein erster sehr wichtiger Meilenstein, bevor das Wachstum überhaupt einsetzen kann, ist der so genannte Product-Market Fit.

Wenn Du deinen Product-Market Fit erreichst, dann hast Du dein Produkt bereits in mehreren Variationen getestet. Du hast verstanden, welche Kunden die “early adaptors” für dein Produkt sind. Zudem hast Du verifiziert, dass diese Kunden bereit sind, für dein Produkt zu zahlen, hast ein klares Bild darüber, auf welchen Kanälen und zu welchen Kosten Du Kunden erreichst.

Du hast wichtige Annahmen für den Aufbau deines Geschäftsmodells verifiziert und bist bereit, durchzustarten. Der Product-Market Fit ist die ideale Phase, um Investoren anzusprechen. Die Grundlagen für ein skalierbares Geschäftsmodell sind gelegt.

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Wie hilft dir das BMC beim Erreichen des Product-Market Fit?

Auf dem Weg zum Product-Market Fit musst Du als Gründer viele Annahmen verifizieren und auch wieder verwerfen. Je früher Du in der Entwicklung deines Geschäftsmodells steckst, desto mehr unbekannte Variablen und offene Fragen sind zu klären.

Das BMC hilft Dir, die Validierung deines Geschäftsmodells zu strukturieren. Damit hast Du immer eine geordnete Übersicht, wo die Entwicklung deines Geschäftsmodells steht.

Vorbereitungen

Mehr als ein ausgedrucktes BMC, Haftnotizen, Markierungspunkte und Stifte brauchst du nicht. Bevor du dich in dein eigenen Geschäftsmodell stürzt, empfehlen wir dir, die Methodik des BMC an einem Beispiel zu üben. In unserem Beitrag zum Aufbau des Business Model Canvas findest du auch ein Template für das Business Model Canvas als Download.

Wenn du Haftnotizen oder Markierungspunkte am Start hast, dann überlege dir zunächst einen Farbkodex. Ein Farbkodex gibt deinem BMC noch einmal weitere Ordnung und Struktur.

Für Einträge, die du als validiert ansiehst, nimmt du z.B. grüne Haftnotizen. Dagegen stehen rote Haftnotizen für absolute Showstopper. Das heißt, wenn du die nicht validieren kannst, gibt es das Business Model in der Form gar nicht. Gelbe Haftnotizen kennzeichnen kritischen Annahmen, die wichtig aber nicht überlebenswichtig sind.

Wenn du mit Markierungspunkten arbeitest, dann kannst du die Wichtigkeit auch mit der Anzahl der Punkte ausdrücken.

Deinen aktuellen Entwicklungsstand im Canvas eintragen

Nun beginnst du damit, deine gewonnen Erkenntnisse, offene Fragen und Annahmen in die erste Version deines Business Model Canvas einzutragen. Zunächst steht im Vordergrund, dass ihr euch einen möglichst breiten Überblick verschafft und versucht, das Geschäftsmodell in Gänze zu verstehen und in das Business Model Canvas einzutragen.

Wöchentliche Sprints

Nach der ersten Befüllung des Canvas arbeitest du in wöchentlichen Sprints. Das heißt, jede Woche nimmst du dir noch nicht validierte Einträge und hängst sie dir auf ein Taskboard. Oder du fotografierst sie und packst sie in dein Projektmanagement Tool.

Trello hat z.B. eine sehr gute mobile App, damit hast du im Handumdrehen aus dem Foto eine Karte für dein Kanban- bzw. Taskboard gemacht. Zu den einzelnen Haftnotizen formulierst du Hypothesen und Tests, die du während der Woche durchführst. Am Ende der Woche schreibst du die getesteten Einträge auf andere Haftnotizen um, formulierst neue und planst den nächsten Sprint.

Wann haben wir unseren Product-Market Fit erreicht?

Wenn es soweit ist, wirst du es merken. Kunden wollen dein Produkt und sind bereit, dafür zu zahlen. Auf deinem Canvas hängen vor allem grüne Haftnotizen. Du kannst die wesentlichen kritischen Fragen zum Aufbau und zu der Entwicklung deines Geschäftsmodells beantworten.

Und das BMC hat dir bis dahin hoffentlich gute Dienste geleistet, dich zu strukturieren und zu organisieren.

Das BMC als Ersatz für den Business Plan

Das BMC hat sich mittlerweile als “quasi” Standard für die visuelle Kommunikation von Geschäftsmodellen etabliert. Deshalb wird das BMC auch gerne genutzt, wenn Gründer ihr Unternehmen zum Beispiel bei Investoren präsentieren.

Nach unserem Verständnis ist das BMC kein vollwertiger Ersatz für einen Businessplan. Das BMC ist primär ein Kommunikationswerkzeug, das aufgrund seines Designs gewisse Limitierungen hat. Diese sind aber auch notwendig, damit das BMC seine Stärken als Kommunikationswerkzeug entfalten kann.

Es macht durchaus Sinn, das Business Model Canvas parallel zur Erstellung eines Business Plans aufzubauen und zu diskutieren. In sehr frühen Phasen brauchst du ohnehin auch noch keinen voll ausformulierten Businessplan, in dieser Phase reicht das BMC völlig aus.

Fazit – Ordnung und Übersicht aus dem Weg zum Product-Market Fit

Das Business Model Canvas ist ein Werkzeug, das dir gute Dienste leistet, den Weg zum Product-Market Fit zu strukturieren. Natürlich ist es nur ein Werkzeug und soll dich keinesfalls dazu verleiten zu glauben, der Product-Market Fit kann am Schreibtisch erreicht werden.

Ein Poster an der Wand mit ein paar bunten Haftnotizen kann den direkten Kontakt mit dem Kunden und das Prototyping deines Produktes nicht ersetzen.

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Mein Name ist Andreas Diehl, ich bin Gründer der Digitalen Neuordnung. Wir sind eine Digital Beratung spezialisiert auf den Aufbau digitaler Teams und die digitale Entwicklung von Unternehmen. Hier kannst du unseren Blog abonnieren.

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