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2. Mai 2022

von

Andreas Diehl

Good Strategy/Bad Strategy: The Difference and Why It Matters

2. Mai 2022

Andreas Diehl

Führung

Fantastisches Buch über Strategie mit zahlreichen Case Studies und Beispielen. Dabei greift Richard Rumelt als Professor für Strategie auf seine praktischen Erfahrungen als Berater zurück. Was ich dabei besonders mag, dass Richard Rumelt auffordert seine eigenen Analysen zu machen, seinen eigenen Kopf zu nutzen und sich tiefgreifend mit der Entwicklung einer Strategie auseinanderzusetzen. Denn “schlechte Strategie” zeichnet sich für ihn besonders durch fehlende Auseinandersetzung, generische Absichtserklärungen (“wir wollen wachsen”),  belanglose Ziele (“wie wollen x% mehr Umsatz”), die Aneinanderreihung zahlreicher Buzzwords oder die Vermeidung jeglicher Konflikte aus.

Für Richard Rumelt basiert ein gute Strategie auf drei Eckpfeilern, die er den “Kernel” nennt.

  1. Diagnose: Eine genaue und kritische Analyse des IST, daraus resultierende Insights und klar adressierte Challenge, die es zu überwinden gilt. Die Diagnose kannst Du hervorragend mit Design Thinking und System Thinking flankieren.
  2. Ein Set von “Guiding Policies” also grundlegenden und richtungsweisenden Prinzipien, die deinen Handlungen einen Rahmen geben.
  3. Coherent Actions: Konkrete und aufeinander abgestimmte Maßnahmen, um deine “guiding policies” umzusetzen und zu operationalisieren.

Dabei ist gute Strategie meistens überraschend, manchmal einfach, immer durchdacht bzw. ganzheitlich unter Berücksichtigung des Wettbewerbs und sehr oft schmerzhaft, weil echte Entscheidungen getroffen werden. Besonders wirksam ist eine gute Strategie dann, wenn sie die richtigen Kraftpunkte (“sources of power”) ausnutzt. Dabei hat Richard Rumelt folgende Kraftpunkte für eine gute Strategie identifiziert, alle werden mit Beispielen vorgestellt.

  1. Using Leverage: Durch konzentrierte und aufeinander abgestimmte Aktionen einen strategischen Hebel kreieren, der allgemeingültig und frei von spezifischen Wertschöpfungsmerkmalen ist. Ein strategischer Hebel ist das Ergebnis von Antizipation vor allem über das Verhalten des Wettbewerbs, einer sehr guten Analyse und daraus basierenden “Insights” sowie konzentrierten Handlungen im Anschluss.
  2. Proximate Objectives: Manchmal braucht es eine Orientierung in sehr komplexen Umfeldern. Ein proximate objective ist eine Arbeitshypothese, ein “informed, educated guess”, der eine Orientierung gibt.
  3. Chain-Link Systems: Ein System kann nur so gut sein, wie das schwächste Glied in der Kette. Deswegen solltest Du dein schlechtestes Glied besser machen oder es beim Wettbewerb ausnutzen.
  4. Using Design: Performance ist das Ergebnis von Kompetenzen und der richtigen Konfiguration. Bzw. eben einem cleveren Design verschiedener Kompetenzen für eine Höchstleistung und gute Strategie.
  5. Focus: Der viel zitierte “Fokus” erfordert gerade in großen Organisationen viel Arbeit. Nämlich Handlungen und Ressourcen zu koordinieren, zu konzentrieren und  auf gemeinsame Ziele auszurichten, statt Ressourcen mit der Gießkanne zu verteilen, um damit schlussendlich nur Konflikten und Diskussionen aus dem Weg zu gehen.
  6. Growth: Wachstum (vor allem durch Akquisitionen) muss nicht automatisch zu mehr Wert führen. An zwei Beispielen zeigt Richard Rumelt, wie es nicht geht. Stattdessen basiert Wachstum auf einer steigenden Nachfrage nach speziellen Fähigkeiten, die wiederum auf Kreativität, Innovation und Effizienzen basieren.
  7. Using Advantage: Konkrete Merkmale und Assets, aus denen dein Unternehmen einen Vorteil zieht.
  8. Using Dynamics: Industrien und Wertschöpfungsstrukturen verändern sich, die Antizipation dieser Dynamiken ist Teil einer guten Strategie.
  9. Inertia and Entropy: Die Trägheit von Organisationen (“Inertia”) behindert Veränderung, zudem entwickeln Organisationen ein komplexes Eigenleben (“Entropy”), das oft kompliziert und undurchsichtig ist. So kann Strategie auch darauf abzielen, Organisation wieder transparenter, in den Abläufen einfacher zu machen und die alten Zöpfe abzuschneiden.

Laut eigenen Aussagen wollte Richard Rumelt ein authentisches Buch über Strategie schreiben. Das ist ihm mehr als gelungen. Zumal er sich auch als Berater weder von Titeln, noch von wohlklingenden aber inhaltsleeren Aussagen hat beeindrucken lassen und dabei immer eine gesunde Unabhängigkeit vom Auftrag genossen hat. Das mag ich.:)

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