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Design Thinking – Mit Methode komplexe Aufgaben lösen und neue Ideen entwickeln

22. April 2024

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Design Thinking – Mit Methode komplexe Aufgaben lösen und neue Ideen entwickeln

22. April 2024

von

Andreas Diehl

Design Thinking ist eine kundenzentrierte und iterative Methode für die Lösung von komplexen Problemen und die Entwicklung neuer Ideen. Mit der Design Thinking Methode gelingt es dir unter Abwägung von Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit und Erwünschtheit eine aus Kundensicht überlegene Lösung zu entwickeln.

In diesem Beitrag skizziere ich die Grundzüge des Design Thinking und führe dich durch die sechs Phasen der Design Thinking Methode.

Woher kommt Design Thinking?

Seine Namensgebung verdankt Design Thinking der Arbeitsweise von Designern. Diese folgen bei ihrer Arbeit einem intuitiven Prozess, der im Kern auf Beobachtung und einer hohen Nutzerzentrierung basiert.

Als Methode wurde Design Thinking vom Stanford Professor Larry Leifer, dem Informatiker Terry Winograd (Ausbilder von Larry Page) und David Kelley (Gründer der Innovationsagentur IDEO) begründet. Unter dem Namen „Design Thinking Research Symposia“ fand 1991 erstmals eine offizielle Tagung statt. Seit 2007 fördert das Hasso Plattner Institut die Erforschung und Umsetzung von Design Thinking an der School of Design Thinking (HPI D-School).

Einsatzgebiete Design Thinking

Design Thinking findet in vielen Bereichen Anwendung. Mit seiner offenen, kreativen aber gleichzeitig systematischen Herangehensweise bietet Design Thinking ein strukturiertes Vorgehensmodell für unterschiedliche Fragestellungen und Problembereiche. Diese reichen von der Frage, warum Patienten ihre Medikamente nicht konsequent nehmen, über die Entwicklung neuer Services bis hin zum Umbau von Organisationen. Im Zuge der Digitalisierung bietet Design Thinking eine geeignete Methode, um digitale Produkte, Services und Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Der Design Thinking Prozess

Der Design Thinking Prozess ist Kern der Design Thinking Methode. Dabei sind der Start und vor allem das Ende des Design Thinking Prozesses charakteristisch.

  1. Du startest mit einem “Beginners Mind” und der Haltung, dass Du nichts weißt. 
  2. Du bist erst fertig, wenn eine Idee materialisiert und konkret implementiert ist.

Der Verlauf dazwischen ist ein iterativer Prozess, in dessen Zentrum der Nutzer und seine Bedürfnisse stehen.  Je nach Darstellung hat der Design Thinking Prozess fünf oder sechs Phasen. Zu dieser Unterscheidung findest Du in den FAQ weitere Informationen.

Schaubild Design Thinking Prozess - 6 Phasen
Der Design Thinking Prozess erstreckt sich über sechs Phasen – Quelle: Andreas Diehl

Phase 1: Verstehen – Das Problem definieren

Im ersten Schritt definierst Du deine Ausgangssituation und stellst sicher, dass alle am Prozess beteiligten Personen ein gemeinsames Verständnis haben. Dabei ist deine Ausgangssituation durch zwei wesentliche Elemente gekennzeichnet:

  1. Es gibt ein zu lösendes Problem aus Sicht des Kunden und / oder deines Unternehmens.
  2. Die Rahmenbedingungen, die durch deinen Auftraggeber oder deine Organisation vorgegeben sind, sind transparent.
Schaubild: Design Thinking Prozess Phase 1: Verstehen
Design Thinking Prozess: Phase 1 – Verstehen. Quelle: Andreas Diehl

Ziel der ersten Phase ist eine Definition der Problemstellung, aber auch eine Absteckung des Lösungsraums. Achte in dieser ersten Phase vor allem darauf, die Interessen deiner Organisation und deines Auftraggebers nicht mit den Interessen der Kunden und der Anwender zu verwechseln. Du schließt diese Phase mit einer Liste von Hypothesen, wie das Problem sich aus Sicht deiner Kunden darstellt. Ein gemeinsames Problemverständnis ist das Fundament, auf dem der Design Thinking Prozess in den nächsten Stufen gedeiht.

Phase 2: Beobachten – Kundenbedürfnisse verstehen

In der nächsten Phase des Design Thinking Prozesses gehst Du in die direkte Auseinandersetzung mit dem Kunden. Dabei verfolgst Du das Ziel, die Bedürfnisse und Prioritäten deiner Kunden zu analysieren und zu verstehen.

Schaubild: Design Thinking Prozess: Phase 2 - Beobachten
Design Thinking Phase 2 – Beobachten. Quelle: Andreas Diehl.

In persönlichen Gesprächen mit dem Kunden lässt Du dir vor allem demonstrieren, wie der Kunde das Problem heute für sich löst. Dabei achtest Du ganz besonders auf improvisierte Lösungen, die Kunden nutzen, um ihr Problem zu lösen. Diese “Krücken” sind ein sehr starker Indikator dafür, dass das Problem wirklich dringlich ist.

Beobachten und Zuhören

Du bist in dieser Phase vor allem Beobachter und Zuhörer. Das heißt, Du versuchst zu verstehen, welche deiner Annahmen und Gedanken aus der ersten Phase sich bestätigen, aber vor allem welche Hypothesen sich nicht aufrechterhalten lassen. Da wir Menschen dazu tendieren nur Dinge wahrzunehmen, die unseren Standpunkt unterstützen, hilft es, diese zweite Phase mit dem Auftrag einzuläuten, genau die Annahmen zu identifizieren, die Du streichen kannst. Diese Erkenntnisse helfen Dir in der nächsten Phase des Design Thinking Prozesses deinen Standpunkt zu definieren.

Aktives Zuhören als Schlüssel zum Erfolg in der Exploration von Kundenbedürfnissen

Phase 3: Standpunkt definieren – Was haben wir gelernt?

In der dritten Phase der Design Thinking Methode erfolgt die Synthese der beiden ersten Schritte. Dein Ziel ist es, auf Basis der gesammelten Annahmen und Beobachtungen einen konzeptionellen Rahmen zu entwickeln, der den Lösungsraum absteckt und der deinen idealen Kunden definiert.

Schaubild: Design Thinking Prozess - Phase 3 - Standpunkt definieren.
Design Thinking Phase 3 – Standpunkt definieren. Quelle: Andreas Diehl.

Während Du in den ersten beiden Schritten mit einer sehr analytischen Sichtweise gearbeitet, viele Annahmen getroffen und Eindrücke gewonnen hast, gilt es in dieser dritten Phase des Design Thinking Prozesses die gewonnenen Eindrücke auf den “Punkt zu bringen”. Du kannst dir Design Thinking an dieser Stelle wie ein Puzzle vorstellen. Aus den Eindrücken und Teilen des ersten und des zweiten Schrittes formulierst Du nun ein stimmiges Gesamtbild.

Wer ist der ideale erste Kunde?

Dabei steht insbesondere im Vordergrund, dass Du eine Vorstellung über den ersten idealen Kunden entwickelst. Also der Kreis von Nutzern, die in besonderem Maße von dem Problem betroffen und damit möglichst aufgeschlossen für deine noch zu entwickelnde Lösung sind. Die idealisierte Darstellung dieser Personengruppe nennen wir “Persona”, die Du zum Abschluss der dritten Phase möglichst ausführlich beschreibst. Die Persona dient in den nun folgenden Schritten als Polarstern für die Entwicklung deiner Lösung.

Einführung in die Design Thinking Methode – Aufzeichnung dno Lunch & Learn

Phase 4: Ideen entwickeln – Lösungen skizzieren und priorisieren

Im vierten Schritt des Design Thinking Prozesses entwickelst Du mit deinem Team Ideen, wie ihr das Problem für die definierten Zielgruppen und Persona lösen möchtet. Dazu geht ihr in drei Schritten vor:

  1. Sammlung: Zunächst sammelt ihr möglichst viele Ideen ein. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, jede noch so verrückte Idee hat ihren Raum. Ganz wichtig: Ideen werden in diesem ersten Schritt nicht bewertet.
  2. Bewertung: Wenn ihr eine ausreichende Anzahl an Ideen gesammelt habt, ordnet, diskutiert und priorisiert ihr eure Ideen. Dabei hat die Vereinbarkeit von Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit und Erwünschtheit oberste Priorität.
  3. Priorisierung: Schließlich legt euch auf  deine Idee fest. Sei dabei bitte kritisch. Statt einfach alle Ideen zu einer großen Idee “zu verschmelzen” ist deine wichtigste Aufgabe, dich auf wenige Aspekte deiner Lösung zu fokussieren. Es ist einfacher eine Lösung mit wenigen Aspekten zu prototypen und zu testen, als eine zu aufwendige Lösung.
Schaubild: Design Thinking Prozess - Phase 4 - Ideen finden.
Design Thinking Phase 4 – Ideen finden. Quelle: Andreas Diehl.

Abgucken und remixen ausdrücklich erwünscht

In dieser Phase des Design Thinking Prozesses ist das Klauen erlaubt und explizit erwünscht. Das heißt, scheut euch nicht, auf den Ideen anderer Teammitglieder aufzubauen und deren Ideen weiter zu entwickeln. Vor allem aber schau auch auf andere Industrien und Problemdomänen. Der Blick über den Tellerrand lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen löst Du dich von existierenden Mustern und sogenannten “best practices” deiner Branche, die meistens nicht zu einer überlegenen, sondern nur einer “leicht verbesserten” Lösung führen. Zum anderen kannst Du bei einem Blick über den Tellerrand erfahren, welche Erfahrungswerte andere Unternehmen aus benachbarten Industrien mit ihren Lösungen haben. Mit der gemeinsamen Vorstellung der ersten zu realisierenden Idee tauchst Du nun in die nächste Phase des Design Thinking ein.

Phase 5: Prototyping – Modellierung der besten Ideen

Im fünften Schritt der Design Thinking Methode sind vor allem Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt. Deine Aufgabe ist es, deine präferierten Ideen in einen Prototypen zu übersetzen. Bis hierhin habt ihr bereits einen idealen ersten Kunden im Kopf, habt euch in der direkten Auseinandersetzung mit dem Kunden von dessen Problem überzeugt und Ideen priorisiert, wie ihr seine Bedürfnisse erfüllen könnt. Nun geht es darum, eine solche Lösung zu modellieren.

Schaubild: Design Thinking Prozess - Phase 5 - Prototypen entwickeln.
Design Thinking Phase 5 – Prototypen entwickeln. Quelle: Andreas Diehl.

Prototyping Mindset und Materialien

Diese Rahmenbedingungen helfen Dir beim Prototyping:

  1. Konzentriere Dich auf Prototypen, die Du in deinem Team entwickeln kannst
  2. Prototypen sind Wegwerfprodukte, investiere nicht zu viel Zeit und Energie
  3. Ein Prototyp ist zweckmäßig und niemals fertig

Bei der Materialwahl sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Von Stift und Papier, über Bastelmaterialien, Sales Flyer, Pressemeldungen, Rollenspiele oder Lego. Oder sogar der Einsatz komplett fremder Lösungen. Wichtig ist nur, dass Du einen Prototypen entwickelst, der dem Kunden die Chance gibt, sich in deine Lösung rein zu versetzen, um dir ein Feedback geben zu können. Nur ein echtes Feedback bringt euch auf der Suche nach der besten Lösung einen Schritt weiter.

Phase 6: Testen – Was sagt der Kunde?

In der letzten Phase des Design Thinking Prozesses wird es ernst. Während Du dich bisher eher beobachtend, verbal oder auch intellektuell mit deinem Kunden auseinandergesetzt hast, präsentierst Du ihm nun deinen Prototypen.

Schaubild Design Thinking Prozess - Phase 6 - Testen.
Design Thinking Phase 6 – Testen. Quelle: Andreas Diehl.

Das wichtigste Ziel in dieser Phase ist, Feedback zu bekommen. Nicht etwa den Kunden von der Brillanz einer Idee zu überzeugen. Prototypen haben die einfache Aufgabe, abstrakte Konzepte greifbar zu machen. Und  es ist eben ein Prototyp, deswegen darfst Du ruhig auch mal sagen: “Das war keine gute Idee, weg damit”.

In dieser Phase beobachtest Du aus nächster Nähe, wie der Kunde mit deiner Lösung interagiert. Dabei sind Fragen des Kunden ein guter Indikator dafür, dass der Kunde sich bereits in deine Lösung “eindenkt” und sich aktiv mit ihr auseinandersetzt. Versuche dabei immer den Hintergrund seiner Fragen zu verstehen. Dadurch erhältst du wertvolle Einblicke auch auf Punkte, die dir bisher vielleicht verborgen waren. Bevor Du deinen Prototypen jedoch präsentierst, solltest Du Annahmen und Erwartungen formulieren, unter welchen Voraussetzungen der Prototyp als Erfolg gewertet werden kann. Wenn Du mit fünf Kunden gesprochen hast, wirst Du bereits einen Großteil der Verbesserungsvorschläge und des Feedbacks erhalten haben.

Zurück auf Los oder Implementieren

Mit dem Testing schließt sich der Kreis der Design Thinking Methode. Von hier aus kann es in jede Richtung weitergehen. Vielleicht musst Du noch einmal auf “Los” zurück, weil Du wichtige Erkenntnisse erst in dieser letzten Phase gewonnen hast. Vielleicht darfst Du aber auch nur deinen Prototypen variieren, um ein neues Feedback zu erhalten. Erst wenn Du zuversichtlich bist, dass dein Prototyp bei einer ausreichend großen Anzahl von Nutzern auf Resonanz stößt, fängst Du an, deine Lösung umzusetzen.

Die Umsetzung der Lösung erfolgt dann mit Methoden wie Scrum oder Lean Startup. Beide Methoden unterstützen Dich dabei, aus deinem Prototypen in iterativen Schritten ein Produkt zu entwickeln. Aber auch in der Implementierung bleibt dir die grundlegende Haltung des Design Thinking immer ein wertvoller Begleiter. Vor allem dann, wenn Du dich mit Schwung in die Umsetzung neuer Features stürzt, bevor Du das Problem überhaupt verstanden hast.

Mit Design Thinking arbeiten

Du kannst die Design Thinking Methode in unterschiedlichen Kontexten anwenden. Zum einen kannst Du Design Thinking in Workshops kennenlernen und oder im Rahmen von Hackathons an konkreten Fragestellungen arbeiten. Ein weiterführendes Format ist z.B. ein Design Sprint. In einem Design Sprint werden im Laufe einer Woche alle Phasen des Design Thinking durchlaufen und das Ergebnis direkt mit Kunden verprobt.

Deine Workshops oder die direkte praktische Anwendung kannst Du von einem Design Thinking Coach begleiten lassen. Dein Coach hilft Dir dabei, den Design Thinking Prozesse zu üben, hilft den Teams den Kunden im Vordergrund zu halten und zwischen Problem und Lösung sehr genau zu differenzieren. Gerade der letzte Punkt erfordert viel Reflektion, Kundenzentrierung und Disziplin. Schließlich sind wir es gewohnt “Lösungen zu präsentieren statt Probleme zu wälzen”.

Design Thinking Beispiele

In Design Thinking Workshops werden oft Simulationen gemacht, bei denen es mir zu oft um “Ideen” geht. Aber nicht darum, worum es beim Design Thinking eigentlich geht. Nämlich eine tiefgreifende Auseinandersetzungen mit dem Kunden, seinen Problemen, Frustrationen und Bedürfnissen. Auf dieser Basis prototypierst und testest Du Lösungen, um auf Basis der Reaktionen und des Feedbacks neue Einsichten zu gewinnen. Deswegen habe ich in diesem Artikel ein paar sehr alltagstaugliche und echte Design Thinking Beispiele zusammengestellt. 

Design Thinking FAQ

Ist Design Thinking eine Methode oder Haltung?

Design Thinking ist vor allem eine Haltung, dann erst eine Methode. Du solltest also Design Thinking nicht als eine Checkliste verstehen, wie beim Backen mit einer Backmischung. Sondern als eine Einladung, dich wirklich tiefgreifend mit Problemen auseinanderzusetzen, statt nur an der Oberfläche zu kratzen.

Was sind Unterschiede zwischen System und Design Thinking?

System Thinking ist eine Disziplin, bei der Du lernst, in Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zu denken, um komplexe Systeme zu verstehen. Für mich passen Design und System Thinking wie das berühmte Hinterteil auf den Eimer. Während System Thinking tendenziell eher deskriptiv ist, ist Design Thinking eher analytisch empirisch, um Hypothesen zu der beschriebenen Funktionsweise eines Systems zu beschreiben. Beide Disziplinen sind für mich absolute “must haves” für eine moderne Führungskraft.

Hat der Design Thinking Prozess fünf oder sechs Phasen?

Je nach Darstellung hat der Design Thinking Prozess fünf oder sechs Phasen. Warum ist das so? Die kurze Antwort: Das ist im Kern eine didaktische Frage, alles nur “Technik”. Im Detail folgende Anmerkungen:

1. Die Einteilung des Design Thinking Prozesses in “Phasen” ist in meiner Welt nur eine Moderationstechnik, die dir hilft, die Methode z.B. in Workshops anzuwenden oder auch strukturiert kennenzulernen. Wenn Design Thinking in Fleisch und Blut übergegangen ist, hast Du ohnehin nur noch zwei Phasen. Nämlich “Probleme” und “Lösungen”.

2. Meine Darstellung in sechs Phasen unterscheidet sich gegenüber Darstellungen mit fünf Phasen (z.B. die der d.school) in der ersten Phase. Ich setze die erste Phase aus Moderationsgründen ein, damit Gruppen sich gemeinsam in das Thema und die Frage “eindenken” können und es gemeinsam ein wenig kneten. Wenn Du bereits mit einem konkreten Challenge startest, könntest Du diese erste Phase auch überspringen. Was ich jedoch an dieser Art der Einteilung und dieser expliziten ersten Phase sehr mag, dass Teilnehmer eines Workshops für sich merken, wie sich ihr Denken bereits zwischen Phase 1 und 3 unterscheidet. Nur weil sie sich in der zweiten Phase mal intensiv mit dem Kunden beschäftigt haben. 

Fazit – Design Thinking Methode und Haltung

Design Thinking ist Methode und Haltung zugleich. Methode, weil Design Thinking dir einen Prozess bietet, wie Du Probleme mit Fokus auf den Kunden lösen kannst. Dabei erfordert der Design Thinking Prozess aber auch eine gewisse Haltung, die im Wwesentlichen durch folgende Merkmale charakterisiert ist:

  1. Du startest mit einem “Beginner Mind”.
  2. Erst das Problem verstehen, dann Lösungen entwickeln.
  3. Der Kunde steht im Fokus.
  4. Du bist bereit, nicht tragfähige Ideen zu verwerfen
  5. Du bist erst fertig, wenn deine erfolgversprechende Idee materialisiert und implementiert ist.

Um mit Design Thinking anschlussfähige Ergebnisse zu produzieren, muss die Methode Einzug in deinen Arbeitsalltag halten. Dazu brauchst Du einen sauberen methodischen Unterbau, aber vor allem viel Übung und praktische Anwendung. Zum Einstieg und Kennenlernen der Methode kannst Du z.B. einen firmeninternen Hackathon veranstalten oder Du wendest den Design Thinking Prozess in Projekten direkt an.

Viel Erfolg dabei.

Signatur des Blog Autors Andreas Diehl.

Zusätzliche Ressourcen

Tool

Empathy Mapping

Empathy Maps helfen Dir, Dich in die Lage deines Kunden und User zu versetzen. Einfach ausdrucken und die Empathy Map in der Gruppe ausarbeiten.

Podcast

Podcast

Buch

Talking to Humans: Success starts with understanding your customers

„Talking to Humans“ ist ein praktischer Leitfaden, um das zu Praktizieren, worum es in einem Design Thinking Prozess geht. Nämlich die authentische und persönliche Auseinandersetzung mit deinem Kunden. Damit sich die Exploration von Kundenbedürfnissen oder Dialoge bei der Verprobung von Prototypen auch Anfühlen wie gute Gespräche und nicht wie Verhöre.

Cover: Talking to Humans: Success starts with understanding your customers

Buch

Durch die Decke denken: Design Thinking in der Praxis

Dieses Buch stellt die Innovationsmethode Design Thinking vor. Es belegt mit vielen Beispielen, wie Design Thinking Unternehmen vorangebracht hat. Es beschreibt, wie Entscheider die Methode ausprobieren und verankern können. Erik Spiekermann, einer der bekanntesten Typografen der Welt, hat den Text illustriert und in eine innovative Form gebracht.

Cover: Juergen Erbeldinger - Durch die Decke denken: Design Thinking in der Praxis

Buch

Change by Design

Dieses Buch ist eine gute Einführung in die Idee des Design Thinking und stellt Design Thinking als kollaborativen Prozess vor, der Menschen und Organisationen helfen soll, innovativer und kreativer zu werden.

Tim Brown - Change By Design. How design thinking transforms organizations and inspires innovation.

Über den Autor

Andreas Diehl

Mein Name ist Andreas Diehl. Ich blogge und berate zu digitaler Transformation und agiler Organisationsentwicklung. Futter für meine Beiträge sind 23 Jahre Digital Business und Erfahrungen aus über 12 Jahren Beratung.

12 Antworten

  1. Avatar von Wolfgang
    Wolfgang

    Hi Andreas,
    Danke für den tollen Beitrag. Dein Beitrag hat mein Interesse an den verschiedenen Ansätzen des Design Thinking geweckt, besonders in Bezug auf die Anzahl der Schritte im Prozess. Während du von einem 6-Schritte-Modell sprichst, bezieht sich die d.school in Stanford auf ein 5-Schritte-Modell. Die inhaltlichen Unterschiede scheinen auf den ersten Blick marginal. Könntest du Licht in diese Diskrepanz bringen? Insbesondere würde mich interessieren, warum in deutschsprachigen Ressourcen häufiger von sechs Schritten die Rede ist, während englischsprachige Quellen tendenziell das 5-Schritte-Modell bevorzugen. Vielen Dank für deine Erklärung!

    1. Avatar von Andreas Diehl
      Andreas Diehl

      Hi Wolfgang,

      gute Frage. Dazu zwei Anmerkungen bzw. Erklärungen:

      1. Die Einteilung des Design Thinking Prozesses in “Phasen” ist in meiner Welt nur eine Moderationstechnik, die dir hilft die Methode z.B. in Workshops anzuwenden oder auch strukturiert kennenzulernen. Wenn Design Thinking in Fleisch und Blut übergegangen ist, hast Du ohnehin nur noch 2 Phasen. Nämlich “Probleme” und “Lösungen”.
      2. Meine Darstellung und die 6 Phasen unterscheiden sich ggü der Darstellung der d.school in der ersten Phase. Die wenden ich aus Moderationsgründen an, damit Gruppen sich gemeinsam in das Thema und die Frage “eindenken” können und es gemeinsam ein wenig kneten. Wenn Du mit bereits mit einem konkreten Challenge startest, könntest Du diese erste Phase auch überspringen. Was ich jedoch an dieser Art der Einteilung und dieser expliziten ersten Phase sehr mag, dass die Leute für sich merken, wie sich ihr Denken bereits zwischen Phase 1 und 3 unterscheidet. Nur weil sie sich mal intensiv mit dem Kunden beschäftigt haben. Das hast Du nicht, wenn Du direkt mit “Empathise” startest.

      Aber wie gesagt, alles nur “Technik”. Im Kern geht es im Design Thinking darum nicht mit deinen Ideen zu starten, sondern mit den konkreten Problemen deines Kunden oder Anwenders. Dann setzt Du dich intensiv mit deiner Zielgruppe auseinander und entwickelst schnell und “dreckig” einfache Prototypen, um Feedback zu bekommen. Schnelles Lernen, gemeinsam mit dem Kunden, um nicht zu viel Zeit und Geld zu verschwenden. Wenn Du weitere Fragen hast, kannst Du dir gerne auch einen Termin einstellen.

      1. Avatar von Wolfgang
        Wolfgang

        Herzlichen Dank für deine nachvollziehbare Erklärung!

  2. Lieber Andreas
    grosses Kompliment für diesen sehr hilf- sowie lehrreichen Blog! Das Design Thinking wird oft noch unterschätzt, aber um Design, Kommunikation oder auch Branding zu verändern, ist es genau die richtige Methode und macht super viel Spass; vor allem mit einem geeigneten Coach! 😉 Das Graphic Recording ist eine super Begleitung – und mal nicht in Form eines “schnöden” Protokolls.
    Danke nochmals!!

  3. Avatar von Andreas Diehl
    Andreas Diehl

    Hallo Lavin,

    Du kannst mit DT jedes reale Problem angehen. Ob Du es lösen kannst hängt von der Qualität, HArtnäckigkeit der Teams ab und natürlich, ob das Problem überhaupt lösbar ist (technisch machbar), vom Kunden gewollt (statt nur Ego-Befriedigung des “Erfinders”:)) und auch wirtschaftlich tragbar. Solange Du eine gute Frage hast, gibt dir der Design Thinking Prozess einfach eine gute Struktur, um das Problem unter Einbeziehung des Kunden zu lösen. Wenn Du schon eine konkrete Frage / Challenge im Kopf hast, poste die gerne hier, das hilft sicher auch anderen Lesern.

    Viele Grüße,
    Andreas

  4. Avatar von Gabriele Brugner
    Gabriele Brugner

    Ich hatte das jetzt im Unterricht und ich finde das Wording gut verständlich.

  5. Avatar von Lavin

    Hallo,

    welches reales „Problem“ kann mithilfe
    eines Ansatzes oder einer
    Methode aus dem Bereich „Design Thinking
    & Business Model Innovation“ gelöst werden.

  6. Hallo Patrick, der Artikel ist vom 3. Juli 2018. Viele Grüße, Andreas

  7. Avatar von Patrick
    Patrick

    Danke für die Veröffentlichung.
    Für eine wissenschaftliche Arbeit würde ich gerne das Veröffentlichungsdatum (Jahr) verwenden , kann aber keines finden. Können Sie es bitte dazuschreiben oder hier in einem Kommentar vermerken?
    Danke!

  8. Absolut, guter Punkt.

    Das ist nicht einfach das zu vermitteln. Zumal es manchmal interne Anwender gibt, der “echte” Kunde aber doch eine Rolle spielt und der interne Auftraggeber dann auch noch ein paar Anforderungen hat. Bei letzteren plädieren ich gerne dafür sie zu streichen oder eben als Constraints zu behandeln, aber bei zweien bleibt es fast immer. Die genaue Benennung mache ich dann immer vom genauen Kontext abhängig, bleibe aber oft bei “echter”, externer oder auch primärer Kunde vs dem internen Kunden / Anwender.

  9. Avatar von Oliver

    Guter Beitrag! Den Begriff Kunde könnte man noch schärfen, der wird sowohl in Richtung des Auftraggebers als auch der Nutzer verwendet, was nicht immer dasselbe ist.

  10. Avatar von Reinhold Scheiffele
    Reinhold Scheiffele

    Hallo, freue mich sehr mehr darüber zu lesen und erfahren. Danke für den Artikel.
    Reinhold Scheiffele

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