Start » Alle Inhalte » Blog » So formulierst Du gute Key Results für deine OKR

So formulierst Du gute Key Results für deine OKR

Key Results sind der messbare Teil deines OKR und damit ein zentraler Baustein der OKR Methode (Objective & Key Results). 

In diesem Artikel zeige ich Dir, was zielführende Key Results auszeichnet. Sofern Du dich darüber hinaus mit OKR vertraut machen möchtest, findest Du hier eine Einführung zur OKR Methode und hier wie Du gute Objectives formulierst.

Was sind Key Results?

Key Results sind der quantitative Teil deines OKR und und konkretisieren dein qualitatives Objective. Erst die Key Results erlauben eine Aussage darüber, ob Du dein Objective erreicht hast. Dabei kannst Du Dir jedes Key Result als eine Hürde und Messlatte vorstellen, die Du auf deinem Weg zum Objective überspringen darfst. So definierst Du typischerweise 2-5 Key Results zu jedem Objective.

Objective (Ziel) Key Results (Metriken) 
QualitativQuantitativ 
12-5
WAS?WIE?
Ein Objective ist ein richtungsweisendes Ziel, das inspiriert und aktiviert.Key Results konkretisieren das Objective und sind die Messlatte, um das Ziel zu erreichen. 
Der mächtige Zweiklang aus Objectives und Key Results 

Sechs Merkmale guter Key Results

Damit Key Results ihrer Rolle für den OKR gerecht werden, dürfen sie bestimmte Merkmale erfüllen.

1. Key Results sind und starten mit Zahlen

Key Results enthalten zwingend Zahlen. Das heißt wenn dein Key Result keine Zahl enthält, ist es auch kein Key Result. Dabei sind Binäre-Zielzustände (ja/nein) ein erlaubter Sonderfall, schließlich kannst Du ein ja/nein mit 1/0 übersetzen. Wenn dein Key Result also Zahlen oder einen binären Zustand beschreibt, kann es eigentlich nur folgende Tendenzen und Typen für dein Key Result geben:

  1. Steigen auf KR
  2. Sinken auf KR
  3. Über KR bleiben
  4. Unter KR bleiben
  5. Erreichen ja / nein

Darüber hinaus würde ich jedes Key Result in deiner OKR Dokumentation auch mit einer Zahl beginnen. Denn wenn Du mit OKR schon beabsichtigst eine gemeinsame sprachliche Konvention zu etablieren, um schnell und effizient über Ziele zu sprechen, warum dann nicht einfach einheitlich mit einer Zahl starten. Auch wenn das nicht für alle Formulierungen sinnvoll ist, ist es bei einem Großteil der Key Results nochmal ein guter Test, ob Du wirklich eine geeignete Metrik gewählt hast.

2. Key Results machen Customer und Business Value messbar

Key Results machen den Nutzen für Kunden und dein Unternehmen konkret messbar. Deswegen scheiden auch Aktivitäten als Key Results aus. Denn die sind maximal ein wichtiger Zwischenschritt, um deine eigentlichen Key Results zu erreichen. Wenn Du dich also dabei erwischt eine Aktivität in einem Key Result zu verpacken, dann frag dich und dein Team einfach, wohin dich dieser Schritt führen soll und wofür es wichtig ist [Aktivität] zu vollziehen. Wenn Du diesem Pfad folgst, kommst Du einem guten Key Result schnell näher. 

Beispiel

Nehmen wir an, dein Ziel ist neue digitale Kommunikationskanäle für deine Kunden zu etablieren. So überlegst Du zum Beispiel Webcasts und Online Schulungen anzubieten.  Entscheide selbst, was das in deinen Augen der bessere Key Result ist.

⛔️  
3 Durchführungen eines Webcasts100 Teilnehmer, die bis zum Ende dabei bleiben
Welches Key Result hört sich griffiger an?

Im ersten Beispiel würde ich dich fragen, ob es denn ein gutes Ergebnis für dich wäre, wenn Du drei Durchführungen machst und keiner kommt. Selten.:) Meine zweite Hypothese wäre, dass es doch völlig unerheblich ist WIE OFT Du eine Durchführung machst, sondern wie viele Kunden Du damit erreichst. Also auch nicht wie viele Kunden sich einfach angemeldet haben, sondern wie viele Kunden bis zum Ende deiner Sessions dabei waren. Erst auf dieser Ebene wird der Nutzen schließlich greifbar. Es kann Ausnahmen geben, bei denen die Anzahl der Durchführungen wirklich eine wichtige Rolle spielt z.B. weil Du den Prozess lernen & verstehen willst und Erfahrung der beste Lehrmeister ist. Dann wäre mein Tipp diese wichtige Metrik auch im zweiten

Key Result zu verarbeiten und z.B. zu formulieren “100 Teilnehmer in mind. x Durchführungen”. So hättest Du diese für dich relevante Metrik und den Kundennutzen in einem Key Result verarbeitet.

3. Key Results sind Leading Indicators

Lead indicators laufen dem anvisierten Objective voraus und führen eine gewünschte Entwicklung an. Dabei kannst Du leading indicators direkt beeinflussen und zeitnah messen. Dagegen sind lagging indicators Metriken, die hinterherhinken, die also erst mit einer deutlichen zeitlichen Verzögerung gemessen werden können. 

🐎  Leading 🐌  Lagging 
Bedeutungführendhinkend
Beeinflussbarkeitdirekt indirekt
MessbarkeitkurzfristigZeitlicher Verzug

Dabei solltest Du lagging indicators nicht per se ignorieren, schließlich sind lagging indicators oft nur das Ergebnis verschiedener leading indicators. Deswegen lohnt es sich lagging indicators auseinanderzunehmen, um möglicherweise gute Key Results zu identifizieren.  

Key Results sind Leading Indicators und diese sind “Frühwarnindikatoren” für einen später eintretenden lagging indicator.
Leading Indicators sind “Frühwarnindikatoren” für einen später eintretenden lagging indicator – Quelle: Andreas Diehl

Beispiel leading vs lagging: Umsatz

Umsatz ist in vielen Branchen und Geschäftsmodellen ein typischer lagging indicator. Dabei ist Umsatz immer auch eine Funktion von Menge und Preis. Die verkaufte Menge ist wiederum eine Funktion deiner erzielten Leads, die wiederum möglicherweise das Ergebnis deiner Reichweite in Verbindung mit einer Conversion Rate sind. Nun kommst Du langsam in die Gebiete der leading indicators. Denn möglicherweise kannst Du Reichweite und Conversion Rate täglich messen und hast damit einen guten Frühindikator und potentielle Key Results für die Erreichung deines lagging indicator Umsatz. 

Der Suppenkasper und Key Results.
Der Suppenkasper und Key Results.

4. Key Results sind einfach messbar

Key Results sind mit geringem Aufwand operationalisier- und messbar. Denn nur so kannst Du Key Results auch in einem laufenden OKR Zyklus überprüfen, um deinen Fortschritt zu beurteilen und z.B. deine Confidence Level zu aktualisieren. Dabei kannst Du das gewählte Key Result im Idealfall auch eigenständig in deinem Team erheben, hast die entsprechenden Tools und Werkzeuge und bist dabei nicht dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen. Ein guter Rütteltest dafür, ob Du ein anvisiertes Key Result wirklich unter Kontrolle hast, ist einfach abzufragen, welchen Ausgangswert zum heutigen das Key Result eigentlich hat.  

5. Key Results beziehen sich auf den jeweiligen OKR Zyklus

Ein Key Result ist in deinem laufenden OKR Zyklus messbar und damit auch abschließend bewertbar. Das heißt, Du definierst keine Key Results, die sich auf Folgeperioden und nachfolgende OKR Zyklen beziehen. 

Mit Ende eines OKR Zyklus kannst Du das gewählte Key Result eindeutig und abschließend bewerten.

Das heißt, der letzte Tag  deines OKR Zyklus ist per se der Stichtag für die Messung deines Key Results. Natürlich kannst Du auch einen früheren Stichtag wählen, diesen früheren Stichtag solltest Du dann einfach in dem jeweiligen Key Result explizit definieren.

6. Key Results haben eine eindeutige Definition

Ein Key Result ist eindeutig definiert. Denn ich erlebe es zu oft, dass Teams und Unternehmen mit Metriken hantieren, die zwar fancy klingen (z.B. Kundenzufriedenheit, Customer Acquisition Costs) zu denen es noch gar keine eindeutige Definition gibt. Das heißt, bei jedem Key Result darfst Du dich und deine Kollegen um eine eindeutige Definition bitten und sofern sinnvoll die dazugehörige Formel aufzuschreiben. Wenn Du dein gewähltes Key Result und die dahinter stehende Formel in ein Excel Sheet übertragen kannst,  kannst Du dir relativ sicher sein eine gute Definition für dein Key Result zu haben. Erst mit dieser eindeutigen Definition kannst Du daraus ein Key Result für deinen OKR machen.

Key Result FAQ – Abschließende Überlegungen

Zum Abschluss noch ein paar weitere Anmerkungen und Überlegungen zur Arbeit mit Key Results.

Wie verhalten sich Key Results und KPI?

Prinzipiell kann jeder Key Performance Indicator (KPI) deines Unternehmens auch ein Key Result sein, aber nicht jedes Key Result mus zu einem KPI taugen. Schließlich sind KPI ausgewählte “Evergreen” Metriken, die dir dauerhaft eine Beurteilung deiner Unternehmensentwicklung oder ausgewählter Bereiche erlauben. Dagegen dienen Key Results deinem OKR und enthalten potentiell auch Metriken, die nur im Kontext dieses einen OKR Relevanz haben. Bevor Du mit OKR loslegst, solltest Du unbedingt für dich und deine Organisation (er)klären, wie sich KPI zu OKR bzw. seinen Key Results verhalten.

Wie integrieren wir unsere KPI in das OKR Rahmenwerk?

KPI sind eine große Werkzeug- und Bastelkiste für gute Key Results. Deswegen empfehle ich vor Einführung der OKR Methode alle relevanten Unternehmens KPI und ihre Definition zusammen zu stellen. So kannst Du auch nochmal einfach reflektieren, wie deine Organisation tickt oder ggf. auch geführt wird. Bei dieser Zusammenstellung kannst Du im Rahmen eines OKR Workshops direkt auch beurteilen, bei welchem KPI es sich um lagging Indikatoren handelt und durch welche leading indicators besagte KPI getrieben werden. Damit diese Arbeiten etwas leichter von der Hand gehen, würde ich immer auch das Controlling in die Einführung der OKR Methode einbeziehen. Nicht nur mit dem Ziel deine KPI sauber zu dokumentieren, ihre Treiber zu identifizieren, sondern vor allem, um die Mess- und Operationalisierbarkeit und damit die Tauglichkeit als Key Result zu gewährleisten. Mit deiner KPI Dokumentation schaffst Du ganz nebenbei auch nochmal ein besseres Verständnis für die Erfolgstreiber deines Geschäftsmodells. 

Manche KPI werden aufgrund ihrer lagging Eigenschaften nur für deine Top Level OKR taugen. Andere leading Metriken sind dagegen eine gute Ausgangsbasis für Key Results in deinem operativen OKR Zyklen. In jedem Fall solltest Du sicherstellen, dass sich KPI und OKR vernetzen und dass hier nicht zwei komplett voneinander losgelöste Bewertungsmaßstäbe etabliert werden. 

Sind absolute oder relative Key Results besser?

Alles was Du messen kannst, hat das Potential zum Key Result. Das heißt, Du wirst sowohl prozentualen als auch absoluten Metriken in deinen Key Results begegnen. Dabei bevorzuge ich für ein Key Result absolute statt relative Werte. Denn sonst passiert es schnell, dass bei einem relativen Wert der Ausgangswert bzw. die Baseline gar nicht klar definiert ist. Und damit dein Key Result nicht eindeutig definiert ist. Hier wäre meine Empfehlung immer auf absolute Key Results zu gehen bzw. mindestens den Ausgangswert gegen den Du die Bewertung triffst im Rahmen deiner OKR Dokumentation transparent zu machen. 

Wie kann ich prüfen, dass ich gute Key Results gewählt habe?

Wenn Du an all diese Überlegungen und Kriterien einen Haken machen kannst, dann sollten deine Key Results einen einfachen Abschlusstest bestehen. Dazu stellst Du einfach die kritische Rückfrage, was die Erreichung dieser Metrik mit dem Objective zu tun hat. Beziehungsweise warum dieses gewählte Key Result eine gute Aussage und Metrik für die Erreichung deines Objectives ist. 

[Key Result] ist ein guter Indikator für [Objective], weil …

Wenn Du darauf eine überzeugende Antwort hast und die Aussage für dich sinnvoll ist, dann hat dein Key Result den Test bestanden. 

Fazit – Deine OKR sind nur so gut wie deine Key Results 

Key Results sind nicht einfach nur eine Zahl, sondern eine relevante Aussage in die Du mindest so viel Zeit stecken solltest wie in die Formulierung eines guten Objectives. Denn je besser deine Key Results, desto blumiger und begeisternder kannst Du dein Objective formulieren. 

Viel Erfolg dabei.

Signatur

👉 Thema OKR

Weitere Beiträge der #DNO, ein Glossar und viele weitere Inhalte.

0 Kommentare

Hinterlasse eine Antwort
Neuer Kommentar
Schreibe einen Kommentar