“Digitalisierung ist …” – Diese Merkmale machen Digitalisierung so spannend und herausfordernd

1024 533 Andreas Diehl

Mit der Digitalisierung verhält es sich wie mit Schneekugeln. Du kannst sie von verschiedenen Seiten betrachten, entdeckst immer wieder etwas Neues und jeder sieht ein anderes Detail. Digitalisierung ist vielschichtig und komplex und betrifft Unternehmen, Mitarbeiter und Führungskräfte auf allen Ebenen.

Mit diesem Beitrag teilen wir unsere Sicht auf die wesentlichen Merkmale der Digitalisierung.

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Digitalisierung ist … Kundenzentrierung

Digitale Kunden sind verwöhnt, denn dem Smartphone haben wir das Internet in der Hosentasche, Alexa auf dem Küchentisch, eine unendliche Auswahl, eine hohe Transparenz, personalisierte Angebote und Services werden “on demand” erbracht.

Das Credo lautet: Jederzeit, schnell, hier und jetzt. Für Unternehmen bedeutet das ein radikales Umdenken, wie sie ihre Leistungen digital erbringen und zugänglich machen. Vom Bereitstellung von Information über Bestellungen bis hin zu Supportanfragen.

Dabei hat sich die Art, wie wir digitale Services, Produkte und Leistungen konzipieren, radikal verändert, der Kunde und seine “Customer Experience” stehen im Mittelpunkt. Jedoch muss diese Form der Kundenzentrierung erlernt und trainiert werden.

Anstatt sich mit Plattitüden wie “der Kunde ist König” zufrieden zu geben, beteiligten Unternehmen ihre Kunden bereits in der Konzeption, gehen in regelmäßige Reviews und stellen kundenzentriere Metriken in den Mittelpunkt ihrer digitalen Unternehmensentwicklung.

Digitalisierung ist … Technologie

Selbstredend ist Technologie einer der Haupttreiber der digitalen Transformation. Technologie kommt schließlich in allen Bereichen des Unternehmens zum Einsatz, ob automatisierte Abläufe und Prozesse oder der Aufbau neuer Services und Geschäftsmodelle. Technologie ist allgegenwärtig.

Allerdings ist Technologie der Antreiber, jedoch nicht der Schlüssel zum Erfolg für digitale Transformation. Wie sagte Warren Buffet nach der Übernahme der Berkshire Hathaway in den 60er Jahren. “Neue Maschinen kann jeder kaufen.”

In the textile industry, we always had new machinery that held the promise of increasing our profit, but it never did because everyone else bought the same machinery. It was sort of like being in a crowd, and everyone stands on tip-toes – your view doesn’t improve, but your legs hurt.

Damit Technologie einer der Erfolgsgaranten von Digitalisierung wird, muss Technologie auch für innovative Services, neue Produkte und bessere Geschäftsmodelle eingesetzt werden. Natürlich setzt das voraus, dass sich Führungskräfte die Zeit nehmen und die Mühen machen, Technologie zu verstehen.

Digitalisierung ist …. Marketing

Die Art, wie Menschen kommunizieren und Informationen konsumieren, verändert sich. Daher sind Unternehmen gefordert, digitale Sichtbarkeit aufzubauen, um die Bedürfnisse ihrer medial anspruchsvollen und verwöhnten Zielgruppen zu bedienen.

Dazu müssen Unternehmen die Customer Journeys ihrer Kunden verstehen und Angebote auf den Kanälen anbieten, auf denen ihre Kunden aktiv sind. Zudem verändert Digitalisierung auch die Art, wie wir kommunizieren. Informationen müssen erst recht dank Smartphones prägnanter auf den Punkt gebracht werden und ansprechend aufbereitet sein, damit der Kunden nicht mit dem nächsten Klick beim Wettbewerber landet.

Digitale Kanäle zu beherrschen, ihre Wirkungsweisen zu verstehen und sich zielgruppengerecht und modern zu präsentieren, ist einer der wesentlichen Treiber deiner digitalen Transformation. Den Zugriff auf die eigenen Kunden zu verlieren ist für Unternehmen im Zuge ihrer digitalen Transformation letztlich eine der größten Achillesfersen.

Digitalisierung ist …. Agile Zusammenarbeit

Digitalisierung verändert Wertschöpfungen und die Art, wie wir zusammenarbeiten. Im 20. Jahrhundert wurde Arbeit noch arbeitsteilig entlang der Wertschöpfung organisiert. Auf diese Art sind auch viele Unternehmen heute noch organisatorisch aufgebaut. Sprich, Mitarbeiter erledigen hochspezialisierte Aufgaben, ohne ihren Beitrag zum großen Ganzen zu verstehen und zu kennen.

Jedoch sind moderne Arbeitnehmer anspruchsvoller, wollen gestalten und mitwirken. Zudem erfordert die Dynamik in vielen digitalen Märkten kurze Reaktionszeiten, der Technologie-Anteil steigt, Teams brauchen ein interdisziplinäres Verständnis, um erfolgreich zusammenzuarbeiten. Das wiederum führt zu neuen Arbeits- und Projektmethoden, bei denen die Gestaltung und gemeinsames Miteinander im Vordergrund stehen.

Digitalisierung fördert demnach neue Arbeitsmodelle wie z.B. Scrum, bei denen nicht versucht wird, Projekte vollumfänglich zu planen. Stattdessen lernen Teams, ihre Leistungsfähigkeit “on the go” einzuschätzen, gehen in regelmäßige Reviews und sind auf die Wertmaximierung für Kunden und die Organisation fokussiert.

Hier kannst Du mehr darüber lesen, welche Voraussetzungen Du für agiles Arbeiten schaffen musst.

Digitalisierung ist …. Unternehmertum

Der technologische Fortschritt zum einen und fast grenzenlos zu Verfügung stehendes Risikokapital zum anderen senken die Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer. Es gibt keine Industrie oder Markt, der nicht auch von ein paar wagemutigen Technologie-Unternehmern aufs Korn genommen wird.

Das heißt, Digitalisierung schafft ein Umfeld, in dem Unternehmertum gedeiht. Gleichzeitig setzt es etablierte Unternehmen im Zuge ihrer digitalen Transformation unter Zugzwang. Unternehmen brauchen Pioniere, Startup Kultur und mutige Führungskräfte, die bereit sind, ihr Geschäftsmodell digital neu zu denken.

Das erfordert allerdings die Bereitschaft, neues Terrain zu betreten und ständig zu lernen. Als Führungskraft brauchst Du den Blick über den Tellerrand und das Bewusstsein, dass sich die Wertschöpfung in deinem Markt verändern wird und Dir möglicherweise Wettbewerber den Markt streitig machen, die Du bisher gar nicht auf dem Radar hattest.

Als digitaler Pionier hast Du den Weitblick, Technologie und digitales Marketing wertschöpfend auch für neue Services und Geschäftsmodelle einzusetzen, statt nur den Bestand zu wahren. Weitere Eigenschaften, die ein Digital Leader mitbringen sollte, haben wir hier zusammengefasst.

Digitalisierung ist … Design

Excellence is in the detail.

Die Geduld und die Bereitschaft digitaler Anwender, sich mit komplizierten User Interfaces oder holprigen Services auseinanderzusetzen, sind lange vorbei. Jedoch ist gutes Design weitaus mehr als hübsche Oberflächen.

Es geht hingegen um Fokussierung auf das Wesentliche, die Betrachtung der gesamten Customer Journey von Anfang bis Ende und die Liebe zum Detail in allen diesen einzelnen Abschnitten der digitalen Kundenreise.

Ein gutes Design vermittelt dem Anwender jederzeit das Gefühl von Sicherheit, lässt offene Fragen gar nicht erst aufkommen und fordert klar zu einer nächsten Handlung auf. Dabei spielt Design auch auf einer Systemebene von Softwarearchitekturen eine wichtige Rolle.

Moderne Architekturen sind offen, haben einfach zu bedienende Schnittstelle auf denen basierend Partner und Entwicklern einfach neue Services entwickeln können. Design ist demnach Ausdruck einer durchdachten Kundenzentrierung und endet in einer hohen Customer und User Experience.

Digitalisierung ist …. Kulturwandel

Digitaler Kulturwandel hat nichts mit bunten Büros, Turnschuhen, dem Weglassen der Krawatte und der Einführung des DU zu tun. Digitaler Kulturwandel erfordert ein neues Verständnis von Führung, basierend auf Vertrauen, Transparenz, Selbstorganisation und einer permanenten kritischen Reflektion des eigenen Handelns.

Fehler sind ein impliziter Bestandteil des Lernens. Jedoch ist Fehlerkultur auch nur ein Ergebnis einer offenen und transparenten Kultur und kann nicht von außen erzwungen werden. Wer meint, er könne mit ein paar Fuck-Up Nights Fehlerkultur aufbauen, unterliegt ebenso dem Cargo Kult wie Führungskräfte, die meinen, dass ein paar bunte Sitzsäcke und das Tragen von Turnschuhen einen Kulturwandel nach sich ziehen.

Digitaler Kulturwandel basiert auf:

  • einer hohen Kundenzentrierung
  • einem gemeinsamen Verständnis für zu schaffende Werte
  • einer hohen Transparenz
  • der Bereitschaft, das eigene Handel permanent kritisch zu hinterfragen und gemeinsam zu beurteilen.

Dieses Verhalten muss von Führungskräften vorgelebt werden.

Digitalisierung ist …. Veränderung

All die bisher genannten Punkte erfordern möglicherweise ein starkes Umdenken und eine Abweichung von bisher gelebten Führungspraktiken. Veränderung ist im Zuge der Digitalisierung folglich allgegenwärtig. Dabei bist Du als Führungskraft wieder besonders gefordert, denn jede Veränderung fängt bei uns selbst an.

Und Unternehmen müssen die Voraussetzungen schaffen, damit Veränderung stattfinden kann. Dabei dürfen die “neuen Digitalen” nicht die alteingesessenen Mitarbeiter vergessen, die die jetzigen Erfolge oder diejenigen der Vergangenheit zu verantworten haben. Vor allem Führungskräfte, die für den digitalen Wandel verantwortlich sind, müssen verstehen, dass Veränderung schwer fällt, Mitarbeiter verwirrt sind oder einfach Angst haben.

Ausdruck dieser Angst ist das Schreckgespenst der Rationalisierung, mit dem die Digitalisierung oft ins Rennen geschickt wird. Um Veränderung zu initiieren braucht es einen guten Grund, Digital Leadership und ein klares Bild, wohin die Reise gehen soll. Diesen Wandel musst Du als Führungskraft aktiv gestalten und moderieren.

Digitalisierung ist …. Kommunikation

Digitalisierung ist nie selbsterklärend, im Gegenteil. In vielen Industrien wird Digitalisierung in einem Atemzug mit Rationalisierung diskutiert. Das passiert jedoch meistens dann, wenn Führungskräfte nicht gelingt, ein klares Bild der eigenen Digitalisierung zu zeichnen und zu vermitteln.

Gute Kommunikation im Kontext der Digitalisierung startet bei der Unternehmensleitung, um ein gemeinsames Verständnis des digitalen Endspiels zu zeichnen und eine Vision für die eigene digitale Agenda zu entwerfen.

Für Mitarbeiter muss ersichtlich sein, warum Digitalisierung für die Zukunft, das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit deines Unternehmens wichtig ist. Dieses Bild muss kommuniziert und vor allem diskutiert werden. Für viele Mitarbeiter mag es zu schwammig sein, bei anderen überwiegt die Angst vor Neuem und die Unsicherheit bezüglich der eigenen Rolle.

Das Vertrauen in den neuen Weg ist das Ergebnis einer permanenten und offenen Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung. Damit das gelingt, müssen sich digitale Führungskräfte vernetzen und viel kommunizieren. Sie müssen Verbindungen aufbauen und Kollegen für Vorhaben begeistern, die nicht in der direkten Berichtslinie liegen.

Digitalisierung ist …. Vereinfachung

Unser Leben wird durch Digitalisierung einfacher und bequemer. Wir haben mittlerweile alle unsere wichtigen Services und Begleiter digital in der Hosentasche, dadurch müssen wir für die Essenbestellung nicht mal mehr von der Coach aufstehen. Wenn wir ein Auto brauchen, rufen wir uns einfach eines und die fehlende Bewegung machen wir durch digitale Fitnessassistenz und Ernährungsberatung wieder wett.

Wir sind es also gewohnt, alles binnen kurzer Zeit bestellen zu können und wenn Amazon mal unverschämte drei Tage für eine Lieferung braucht, ist das direkt ein Grund für 4 Sterne Abzug. Und sei Dir ganz sicher, dass wir dieses Denken auch mit in unseren Berufsalltag nehmen.

Das Leben ist einfacher und flexibler. Und auch für Unternehmen bedeutet Digitalisierung am Ende Vereinfachung. Der Kunde findet leichter zu Dir, wird schneller und besser beraten, durch agile Zusammenarbeit steigen zudem Transparenz und Fehlertoleranz und Arbeitnehmer kommen noch lieber zur Arbeit.

Fazit – Digitalisierung ist … die Grundlage für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit

Wir sind große Fans der Digitalisierung. Wenn Du bereit bist, dein Unternehmen wie eine Schneekugel “ein wenig zu schütteln”, dann wirst du viele neue Perspektiven entdecken, wie Du dein heutiges Geschäftsmodell und Führungsmodell digital neu denken kannst.

In jedem Fall hat Digitalisierung zwei wesentliche Komponenten. Erstens eine fachliche oder auch technische Seite. Technologie muss und soll jedoch auch immer wertschöpfend und nicht nur bestandserhaltend eingesetzt werden. Zudem ist Technologie auch immer nur ein Mittel zum Zweck, um Wert für Kunden, Märkte und Organisationen zu schaffen.

Zweitens – und viel wichtiger als die fachliche Komponente – gibt es den kulturellen Aspekt. Digitalisierung bringt neue Formen der Zusammenarbeit mit sich, verändert außerdem die Kultur und hat ein ganzes Repertoire an neuen Werkzeugen und Methoden, um kundenzentriert zu denken und zu handeln.

Unternehmen, die Digitalisierung konsequent denken und implementieren, schaffen es schließlich, kreativer, innovativer und erfolgreicher als ihre analogen Peers zu sein. Viel Spaß und Erfolg auf diesem Weg.

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Mein Name ist Andreas Diehl, ich bin Gründer der Digitalen Neuordnung. Wir sind eine Digital Beratung spezialisiert auf den Aufbau digitaler Teams und die digitale Entwicklung von Unternehmen. Hier kannst du unseren Blog abonnieren.

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