Digitale Neuordnung Digital Unternehmens-Transformationen im 21. Jahrhundert

Unternehmens-Transformationen im 21. Jahrhundert

25. März 2024

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Unternehmens-Transformationen im 21. Jahrhundert

25. März 2024

von

Andreas Diehl

Die rasante Entwicklung digitaler Technologien, globale Vernetzung sowie eine sich zuspitzende Klimakrise stellen viele Organisationen vor gleich mehrere bedeutsame Veränderungen.  In diesem Artikel teile ich meine Sichtweise auf die bedeutsamsten Transformationen im Unternehmen und wie Du mit ihnen umgehst. 

  1. Geschäftsmodell – Von Analog zu Digital
  2. Organisation – In Netzwerken statt Ab-Teilungen
  3. New Work – Der neue Sinn der Arbeit
  4. Lernen – Wie Unternehmen das Lernen neu lernen 
  5. Nachhaltige Transformation – Ökologisch und sozial
  6. Persönliche Transformation – Ohne dich geht nix

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Tipps und Lösungswege, um die Transformation in deinem Unternehmen gut zu steuern und zu begleiten.

Willkommen in Digitalen – Digitale Transformation im Unternehmen

Die digitale Transformation ist sicher für viele Unternehmen die spürbare Transformation im Unternehmen. Im Kern der digitalen Transformation steht der Wandel von analogen hin zu digitalen Wertschöpfungsstrukturen und Geschäftsmodellen:

  1. Produkte / Leistungen: Mit welchen digitalen Add-Ons und neuen Produkten begeistern wir Kunden?
  2. Prozesse und Zusammenarbeit: Wie digitalisieren und automatisieren wir unsere Wertschöpfung?
  3. Marketing / Vertrieb: Wie werden wir in digitalen Märkten für den Kunden sicht- und besser erlebbar?
  4. Erlösmodelle: Welche neuen Abrechnungs- und Erlösmodelle ermöglichen uns digitale Technologien?

Dabei hat die digitale Transformation im Unternehmen auch Aus- und Rückkopplungen auf die Organisation eines Unternehmens und zwingt Unternehmen, Zusammenarbeit nicht mehr “einzuteilen”, sondern “vernetzt” zu betrachten. 

Organisationen neu denken – Agile Transformation im Unternehmen

Die agile Transformation im Unternehmen erschüttert so manches Unternehmen bis ins Mark. Denn diese Transformation fordert eine grundlegende Abkehr von hierarchisch, zentral geführten Systemen hin zu neuen Paradigmen.

  1. Organisieren nach Produkten und Wertströmen statt Abteilungen: Agile Unternehmen organisieren sich entlang ihrer Produkte und Leistungen, statt nach Fertigkeiten und daraus resultierenden Abteilungen. Statt also Organisationen in Silo- und Monokulturen zu verwandeln, heißt agile Transformation im Unternehmen, Zusammenarbeit in Netzwerken von crossfunktionalen Teams zu denken. Das heißt jedoch nicht, dass es keine Spezialisten mehr braucht. Nur verwechselst Du nicht die Kompetenz einer Person mit dem Design deiner Organisation.
  1. Delegation von Verantwortung auf agile Rollen und in agile Teams. Damit ist nicht etwa ein Pseudo Empowerment gemeint, sondern echte Entscheidungsautonomie. Dabei ist das Spannungsverhältnis zwischen hoher Autonomie bei gleichzeitig hohem Alignment sicher eine der anspruchsvollsten Führungsaufgaben der agilen Transformation im Unternehmen.
  1. Kontinuierliche Überprüfung und Anpassung. Agile Transformation ist niemals “fertig”. Denn diese Transformation im Unternehmen basiert auf der grundlegenden Haltung, Unternehmen als soziale Systeme und lebende Organismen zu betrachten, die lernen und sich ständig weiterentwickeln. 

In großen Unternehmen und Konzernen findet diese agile Transformation bisher nur in IT- und Digital-Bereichen statt. Im Unterschied dazu setzen Startups und Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen per se auf agile Arbeitsweisen

#3 – Holokratie – Erfahrungsbericht einer Einführung mit Anna De Rose

New Work – Die Neugestaltung der Arbeitswelt

Während die agile Transformation im Unternehmen immer auch eine strukturelle Veränderung ist, umfasst New Work eher ein allgemeines Überdenken von Führung und Zusammenarbeit im Unternehmen. Dabei geht es bei New Work vor allem um die folgenden Aspekte.

  1. Führung: Weg von “Command & Control” hin zu Befähigung und Coaching der Mitarbeitenden.
  1. Co-Kreativ: New Work bedeutet auch, dass Teams und Organisation gemeinsam auf Augenhöhe arbeiten, statt sich mit Powerpoints zu langweilen. 
  1. Transparent auf Augenhöhe: New Work bedeutet, sich transparent auf Augenhöhe zu begegnen.
  1. Remote: Dank Corona und modernen Arbeitsplätzen keine Seltenheit mehr, Arbeit findet zunehmend auch von unterwegs und aus dem Home-Office statt. Nach einer Umfrage von Bitkom arbeiten sogar bis zu 50% der Arbeitnehmer zumindest teilweise im Homeoffice oder mobil.
  1. Sinnvoll: New Work bedeutet auch, dass Unternehmen und Mitarbeitende sich kritisch hinterfragen, “wofür” man das eigentlich tut. Das ist im Sinne des New Work Begründers Frithjof Bergmann, vor allem die persönliche Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters. 

New Work ist neben der digitalen Transformation sicherlich eine der allgegenwärtigen Transformationen im Unternehmen. Jedoch kratzen viele Unternehmen dabei nur an der Oberfläche und meinen, dass New Work mit offenen Büroflächen, bunten Sitzsäcken und Kickertischen erledigt sei. Jedoch geht New Work deutlich tiefer und umfasst ein ehrliches und authentisches Miteinander auf Augenhöhe, in dem Führungskräfte und Mitarbeiter ihrer Rolle und Verantwortung für das Unternehmen und Kollegen gerecht werden. 

Die Transformation des Lernens – Warum Unternehmen das Lernen neu lernen müssen

Unternehmen sind historisch bedingt auf Effizienz und strukturierte Abläufe programmiert. Da ist wenig Platz für echtes Lernen, schließlich ist Lernen fehlerbehaftet und ineffizient. Oder wie Manfred Spitzer es einmal treffend formulierte: “Kinder lernen das Laufen von Fall zu Fall.” So ist in vielen Unternehmen das “Lernen” bis heute vor allem auf die Vermittlung von Fachwissen ausgerichtet, wird fein säuberlich in Budgets, zeitliche Vorgaben und Trainingskataloge gepackt. Das passt gut in eine Welt, die vorhersagbar, weitgehend stabil ist und in der sich Rahmenbedingungen selten ändern. In einer neuen VUCA Welt kommen Unternehmen mit diesen Ansätzen nicht mehr weit. Deswegen müssen Unternehmen auch das Lernen neu lernen, erst recht, wenn sie gezielt Innovation fördern wollen. Hier ein paar Anregungen, um das “Lernen neu zu Lernen” und diese Transformation im Unternehmen erfolgreich zu gestalten. 

  1. Gemeinsames Lernen – Einführung gemeinsamer Lernformate in Teams und auf Organisationsebene für bessere Kommunikation und Zusammenarbeit. Das hat mit der Retrospektive einen festen Platz in agilen Prozessen. Damit wird das Lernen nicht nur auf eine Ebene der Wissensvermittlung reduziert, sondern Lernen als Organisation für eine “lernende Organisation”.
  1. Neue Lernformate – Mit neuen Lernformaten experimentieren, wie z.B. Micro-Learnings oder Communities of Practice. 
  1. Mehr “hands on” statt Theorie – Mehr “Mitmach” Workshops anstelle von Trainings und Meetings. Ein guter Workshop enthält immer auch neue Impulse, Teilnehmer können das direkt auf ihre eigenen Fragestellungen anwenden.
  1. Transfer und Feedback – Mehr Zeit und Raum für das fehlerbehaftete Anwenden neuer Fertigkeiten und Kompetenzen. Anders Ericsson hat in seiner Forschung gezeigt, dass wirkliche Spitzenleistung viel Übung braucht, vor allem aber “Deliberate Practice”, also ein “Üben unter Aufsicht” bzw. eine ständige Rückmeldung zu deinem Fortschritt. 
Deliberate Practice: Achieve Mastery in Anything

Nachhaltige Transformation – Ökologisch und sozial verträglich verantwortungsbewusst

Mittlerweile können sich Unternehmen dank globaler Transparenz, einer sich zuspitzenden Klimakrise und einer dringend notwendigen Energiewende der nachhaltigen Transformation im Unternehmen nicht mehr entziehen. Für Unternehmen wie Patagonia oder Vaude ist Nachhaltigkeit ein selbstverständlicher Teil ihrer DNA.  Dabei ist die nachhaltige Transformation durch folgende Eckpunkte definiert.

  • Ressourcenschonende und umweltverträgliche Produktion
  • Transparente Lieferketten 
  • Soziale Verträglichkeit auf allen Ebenen, d.h. z.B faire Löhne, keine Kinderarbeit und angemessene Arbeitsbedingungen auch bei Zulieferern.
  • Langfristigkeit, Vermeidung von Verschwendung.- Dazu gehört im Sinne der jap. Lean Philosophie (Muri, Muda, Mura)  übrigens auch die Überforderung der eigenen Organisation

Die größte Hürde der nachhaltigen Transformation im Unternehmen sind sicherlich der Wunsch nach Wachstum und eine damit verbundene “immer mehr” Haltung. Umgekehrt braucht es für eine nachhaltige Transformation im Unternehmen die Einhaltung eines gewissen Maßes. Dabei ist es nicht verboten wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Nur nicht auf Kosten der Natur oder Anderer. 

Persönliche Transformation – Du bist die Transformation im Unternehmen

Ganz ehrlich: Unternehmen können sich nicht ändern. Aber die Menschen können es. Deswegen kann eine Transformation im Unternehmen auch nur dann gelingen, wenn Du dir ein paar wichtige Fragen beantwortest. Das ist in Anbetracht der Zeit, die wir im Erwachsenenleben mit Arbeit verbringen, kein romantischer, sondern meiner Ansicht nach eine elementare Frage für ein zufriedenes Leben. Beim Unternehmen Upstalsboom ist die persönliche Weiterentwicklung der Persönlichkeit und der Mitarbeiter sogar fast schon der Sinn und Kern des Unternehmens, 

  1. Wofür gehe ich arbeiten?
  2. Mit wem will ich arbeiten?
  3. Bin ich bereit, das zu tun / zu unterstützen?
  4. Wie will ich arbeiten?
  5. Kann ich mich mit den Absichten meines Arbeitgebers identifizieren?
  6. Habe ich den Mut, der / die Erste zu sein?

Die Liste mit Fragen lässt sich beliebig fortsetzen und Du hast sicher deine ganz eigenen Punkte. Jedoch genau mit diesen Fragen fängt Transformation im Unternehmen an. Denn es braucht immer ein paar Verrückte, Mutmacher und Neugestalter, die bereit sind, es einfach mal anders zu machen. 

Transformation im Unternehmen erfolgreich gestalten

Wenn Du zu den Neu-Gestalteten zählst, dann findest Du hier noch ein paar abschließende Tipps und Wissenswertes, um die Transformation im Unternehmen zu gestalten. 

  1. “Play the ball where the money drops it.” – Fang da an, wo ihr heute steht.
  1. Auf Problemen herumkauen – Fang nicht mit Lösungen und deinen Ideen an, sondern wie ein guter Design Thinker mit aktuellen Problemen und Herausforderungen. Ein gemeinsames Verständnis dieser Probleme ist das Sprungbrett für gute gemeinschaftliche Lösungen. 
  1. Weg von, Hin zu: Eine erfolgreiche Transformation im Unternehmen braucht basierend auf einer ehrlichen IST-Analyse gute Zielbilder, wie die Zukunft aussehen kann. Das heißt, dass Probleme, “Schmerz” oder auch die “burning platform” nie alleine stehen sollten. Denn damit führst Du über Angst statt über Ermutigung.
  1. Das Alte würdigen: Eine gute Transformation im Unternehmen würdigt das bisher Erreichte. Dabei schaffst Du einen guten kommunikativen Spagat zwischen der Anerkennung des Erreichten und der ständigen Betonung, dass sich Rahmenbedingungen geändert haben und es deswegen auch Veränderungen braucht.
  1. Co-Kreativ statt Top-Down: Auch wenn die Transformation im Unternehmen unausweichlich ist, musst Du sie deswegen nicht generalstabsmäßig verordnen. Stattdessen kannst Du durch Workshops frühzeitig in den Austausch gehen, um ein gemeinsames Verständnis für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln, gemeinsame Zukunftsbilder und Vorgehensmodelle zu entwickeln. Damit erhöhst Du automatisch auch die Anschlussfähigkeit für die Transformation im Unternehmen.
  1. Geduldig sein – Transformationen brauchen Zeit. Denn das Alte, etablierte Strukturen und Vorgehensmodelle haben eine enorme Sogwirkung. So wird das Verharren im Status Quo irrationalerweise als die sicherere Variante gegenüber einer aktiv handelnden Position wahrgenommen. Zudem sind Veränderungen immer anstrengend und kosten Energie. Jedoch sind wir evolutionär auf “Energiesparmodus” kodiert.
  1. Transparenz fördern:  Eine hohe Transparenz ist sicher das einfachste Stilmittel um eine gute Transformation im Unternehmen zu fördern. Das beginnt mit einer guten und frühzeitigen Kommunikation, dem permanenten Aufzeigen der bisherigen Fortschritte, der schon erzielten Veränderungen und der aktuellen Prioritäten. Dabei fördern Rahmenwerke wie OKR die Transparenz deiner Ziele und des aktuellen Fortschritts.
  1. Konflikte aushalten: “Mit Friede, Freude, Eierkuchen erreicht man keine Ziele.” hat Friedhelm Funkel einmal gesagt. Das gilt auch für die Transformation im Unternehmen. Das soll jedoch nicht heißen, alles mit der Brechstange durchzusetzen. Aber auch nicht vor jedem Konflikt unmittelbar einzuknicken und der “Sogwirkung des Alten” nachzugeben. Denn Veränderung heißt immer auch Verunsicherung. Dabei geht jeder einzelne Mitarbeiter durch mehrere Phasen der Veränderung, in der es völlig normal ist, dass Leute in den Widerstand gehen. Das sind wertvolle Informationsquellen.
  1. Führung und Vorbilder: Eine gute Transformation im Unternehmen braucht echte authentische Führung und gute Vorbilder. Wenn Du die digitale Transformation ausrufst und immer noch Firmenbroschüren drucken lässt, dann stimmt vielleicht etwas nicht. Suche gezielt nach den Vorbildern, Beispielen und den “Bright Spots” deiner Transformation im Unternehmen.
  1. Überprüfen und Anpassen, agil managen – Unternehmen werden mit gut geölten Maschinen verwechselt, die Du auf dem Whiteboard neu einstellen und justieren kannst. Statt einem zeitlich fest geplanten “Change Programm” solltest Du Transformation im Unternehmen mit einer agilen Denkweise managen, ständig auf Erkenntnisse reagieren und dein Vorgehen anpassen. 

Fazit – Transformation im Unternehmen braucht Mut, Weitsicht und Ausdauer 

Keiner mag Veränderungen. Denn sie sind meistens anstrengend und manchmal auch unbequem. Aber solange es um die hier skizzierten Transformationen geht, lohnt sich dieser Weg. Denn was rauskommt ist definitiv besser als das Alte. Wenn wir dich auf diesem Weg unterstützen könnten, dann melde dich gerne.

Viel Erfolg dabei.

Signatur des Blog Autors Andreas Diehl.

Über den Autor

Andreas Diehl

Mein Name ist Andreas Diehl. Ich blogge und berate zu digitaler Transformation und agiler Organisationsentwicklung. Futter für meine Beiträge sind 23 Jahre Digital Business und Erfahrungen aus über 12 Jahren Beratung.

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